Warum Luka Jovics Wechsel nur logisch ist

Win-Win-Win-Situation?

Für mindestens 60 Millionen Euro wechselt Luka Jovic von Eintracht Frankfurt zu Real Madrid. Hätten es mehr sein müssen? Wäre ein anderer Verein die bessere Wahl gewesen? Über einen Wechsel als unvermeidbare Konsequenz.

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Luka Jovic sei »eine Tormaschine«, sagte Adi Hütter im April der »Kleinen Zeitung«. »Klar, dass Topklubs wie Real, Barcelona, Bayern oder Manchester City die Angel nach ihm ausgeworfen haben.« Bei Real hat Jovic jetzt angebissen. Hütters Prophezeihung wurde wahr, die Eintracht verliert einen ihrer dicksten Fische.

Sportlich schmerzt der Abgang des Serben. 17 Tore aus 32 Bundesligaspielen und zehn aus 14 in der Europa League sprechen für sich. Jovic schlug in den vergangenen anderthalb Jahren aus den kleinsten Chancen den größtmöglichen Gewinn. Die Eintracht tut das jetzt ebenfalls – könnte man meinen. 

Für kolportierte fünf Millionen Euro zog Frankfurt die Kaufoption im Leihvertrag mit Benfica Lissabon. Für 60 Millionen plus fünf in eventuellen Boni wechselt er jetzt nach Madrid. Allerdings gehen auch davon etwa 18 Millionen nach Lissabon, das am Weiterverkauf beteiligt wird.

Eine lächerliche Summe?

Bleiben also rund 37 Millionen Gewinn für die SGE. Auf einem Transfermarkt, wo die Topklubs fast ausschließlich mit astronomischen Summen hantieren, wo Ousmane Dembélé für 125 Millionen, oder 17-Jährige aus der brasilianischen Liga für 45 Millionen über den Tisch wandern und kompetente Mittelstürmer Mangelware sind, erscheint die Summe fast schon lächerlich. 

Im März hatte Sportvorstand Fredi Bobic gesagt, man werde sehen, wo bei Jovic die Schmerzgrenze liege. Dass es sie gebe, sei klar gewesen, sagte er jetzt in der Pressemitteilung zum Abgang des 21-Jährigen. Wo sie lag, weiß man jetzt auch. Oder doch nicht?

Ein wichtiger Transfer für die Eintracht?

Über die tatsächlichen Modalitäten vereinbarten die Vereine wie gewohnt Stillschweigen. Heißt auch: Eventuell lag die Ablöse noch etwas höher. Bobic kündigte jetzt schon an, er wolle »keine Utopie-Summen« für neue Spieler ausgeben, auch wenn andere Vereine mit dem Wissen um die Frankfurter Einnahmen höhere Preise veranschlagen können. Vielleicht ist Bobic ganz froh, dass nur von 60 bis 65 Millionen die Rede ist.

Aber auch mit diesem Betrag liegt Jovic in den Top vier der teuersten Bundesligaabgänge aller Zeiten. Er ist mit weitem Abstand der Rekordverkauf der Eintracht. Zusätzlich kann der Abgang des Mittelstürmers trotz seiner überragenden Statistiken im Vergleich zu seinen Büffelkollegen Sebastien Haller und Ante Rebic, die beide mit ihren jeweiligen Fähigkeiten im Vergleich zu Jovic die spezielleren Spielertypen sind, noch am ehesten verkraftet werden. Nicht zuletzt hat Fredi Bobic hervorragende Beziehungen zu Real aufgebaut, die sich für die Eintracht in der Vergangenheit schon auszahlten, und die er durch ewiges Feilschen nicht belasten wollte. »Für Eintracht Frankfurt ist das ein guter und wichtiger Transfer«, resümierte deshalb auch Bobic. Und für Luka Jovic?