Warum Leihgeschäfte dringend reguliert werden müssen

Spieler als Spekulationsobjekt

Die Fifa beschäftigt sich laut »France Football« mit einer Änderungen der Regularien bei Leihgeschäften. Ein Blick in Europas Ligen zeigt: Das ist dringend notwendig. 

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Nein, einen wirklich nennenswerten Eindruck hat Lucas Piazon in Frankfurt nicht hinterlassen. 2015/16 kickte der Brasilianer für die Eintracht, einmal schoss er ein wunderschönes Freistoßtor, ansonsten saß der von Chelsea ausgeliehene offensive Mittelfeldspieler meist auf der Bank. Und nach einem Jahr war er wieder weg. 

Piazon, das muss man wissen, galt einst als hoffnungsvolles Talent. 2012 zahlte Chelsea 7,5 Millionen Euro für den damals 17-jährigen U-Nationalspieler Brasiliens. Seither gehört der Mann den Blues, gespielt hat er für seinen Stammverein genau ein Mal. In seinem sechsten Jahr im Dienste Chelseas ist er gerade zum fünften Mal ausgeliehen, und das auch nur, weil Fulham, sein aktueller Klub, ihn für zwei Jahre ausgeliehen hat. Das tragische Scheitern eines Ausnahmetalents? Für Piazon vielleicht, für Chelsea nicht mehr als: Unternehmensrisiko. 

Mindestens kühl, eher zynisch

Piazon steht exemplarisch für ein Geschäftsmodell, das man mindestens kühl, eher aber zynisch nennen kann. Reiche Top-Klubs sichern sich die Rechte an zahllosen talentierten Spielern und parken sie bei kleineren, weniger potenten Klubs, in der Hoffnung, dass aus den Spielern entweder Stars werden, die der eigenen Mannschaft helfen, oder zumindest Kicker, die man für eine gescheite Ablöse weiterverkaufen kann. Dabei reicht bei den aktuellen Marktpreisen natürlich schon ein Top-Transfer, um sich zehn Piazons leisten zu können. Ein Spekulationsmodell, das völlig außer Rand und Band geraten ist: Chelsea hat derzeit 24 Spieler verliehen, hinzu kommen die 16 Leihspieler aus der U23. Manchester City zählt 20 verliehene Spieler, die U23 ebenfalls nochmal 19. Juve? 51 Spieler. Barca? 17. Udinese? 33. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. 

Im vergangenen Herbst hatte Uefa-Boss Aleksander Ceferin bereits angekündigt, diese Art von Transfers einschränken zu wollen. Laut »France Football« lassen die Verbände den Worten nun Taten folgen. Seit einigen Monaten bereits berät die Fifa gemeinsam mit Vertretern der Verbände, der Klubs und der Spieler über Änderungen der Regularien bei Transfers, insbesondere auch bei Leihgeschäften. Im Blick haben die Verantwortlichen dabei Kaderobergrenzen und Begrenzungen bzw. sogar Verbote von Leihen.