Warum Koblenz ein Heimspiel in Zwickau hat

Hilfe vom Gegner

Einer der Gründe wird wohl der schlechte Ruf der Dresdner Anhängerschaft gewesen sein. Bei einem Pokalspiel gegen Dortmund im Jahre 2011 kam es zu erheblichen Ausschreitungen seitens der Dynamo-Fans. Solche Sicherheitsbedenken ließen viele Vereine zurückschrecken.

Letzte Rettung: Zwickau

»Als einzige und letzte Möglichkeit verblieb das Stadion in Zwickau«, sagte van Heesch. Problem: das Stadion liegt 350 Kilometer entfernt von Koblenz. Eine knackige Anreise für Fans, die sich erst nach der Arbeit auf den Weg machen können. Und die durch den Standortwechsel entstandenen Mehrkosten kommen den Verein teuer zu stehen.

Daher unterstützt die Stadt Koblenz den Klub mit 50.000 Euro. »Die TuS kann schließlich nichts dafür, dass ausgerechnet während der Sanierungsphase des Stadions so eine sportliche Großchance geboten wird«, sagte Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig.

Dynamo-Fans spenden

Es sollte nicht die einzige Finanz-Spritze bleiben. Denn unverhoffte Hilfe kam ausgerechnet aus dem Lager des Gegners. In einem Dresdner Mitglieder-Forum reifte die Idee, die Koblenzer zu unterstützen. Der TuS-Fanbeauftragte wurde kontaktiert und der Dachverband Koblenzer Fanclubs eingebunden. Laut Marcel Günther, dem Vorsitzenden des Verbands, sind bis heute 200 Einzelspenden eingegangen, die sich auf knapp unter 4000 Euro summieren. 

Durch das Geld aus Dresden, von Sponsoren und vom Verein konnten die Kosten für die Busfahrt der Fans von 35 Euro auf 15 Euro reduziert werden. Doch aus Sachsen kommt nicht nur finanzielle Hilfe. »Heute haben wir wieder ein Angebot bekommen: vier Schlafplätze inklusive Stadtführung«, sagte Günther.

Koblenzer in Unterzahl

Der Vorsitzende rechnet mit einem fast ausverkauften Stadion. Die Anzahl der TuS-Anhänger wird sich grob auf 300 bis 400 Leute belaufen. Die Dynamo-Fans werden in deutlicher Übezahl vertreten sein. Die Entfernung von Desden nach Zwickau beträgt lediglich 93 Kilometer.

Immerhin haben die Koblenzer nun ihr Stadion. Und bei einem Einzug in die zweite Runde, könnte auch wieder im Stadion Oberwerth gespielt werden.