Warum Kerem Demirbay so wichtig für die TSG Hoffenheim ist

Warum die TSG zugreifen musste

Bis hierhin hätte man dem Hamburger SV nicht einmal einen Vorwurf machen können, doch dass kein Verantwortlicher Notiz von dem Spitzenjahr des 23-Jährigen nahm, ist erschreckend. Immerhin hatte er mit zehn Toren und fünf Assists den Traditionsverein im Alleingang in der zweiten Liga gehalten. Und Labbadia? Der sagte im Juli: »Wir werden keinen Spieler verschenken.« Tags darauf wechselte sein Spieler für 1,7 Millionen zur TSG.

Bei aller Kritik gegen den Klub von Dietmar Hopp hat das Transfermanagement in diesem Sommer vieles richtiggemacht. Mit Andrej Kramaric, Kevin Vogt und eben Demirbay holte der Verein mehrere Leistungsträger für schmales Geld, die in ihren Vereinen nicht gefragt waren. Die drei Millionen für Sandro Wagner dürften sich ebenfalls gerechnet haben. Und durch den Verkauf von Kevin Volland erwirtschaftete der Verein sogar ein Transferplus. 

Etablierung in der ersten Liga

Demirbays eigener Plan ist dabei aufgegangen. »Ich möchte Fuß fassen in der Bundesliga und den nächsten Schritt machen, deswegen bin ich nach Hoffenheim gekommen«, sagte Demirbay zum Saisonstart und meinte: »Mit dem Verein und mit dieser Mannschaft haben wir eine gute Möglichkeit, uns in der 1. Liga zu etablieren.«

Denn nachdem Julian Nagelsmann früher das Traineramt übernehmen musste, als es ihm selbst recht war, überzeugt die junge Hoffenheimer Mannschaft. Seit dieser Saison fast durchgängig im 3-5-2-System aufgestellt, hat Nagelsmann mit Demirbay eins der wichtigsten Puzzlestücke gefunden. Denn der schmächtige 1,85 Meter große Mittelfeldspieler zählt zu den wichtigsten Zweikampfspielern und Pressingantreibern auf dem Platz. Damit kann die TSG ihr effizientes Umschaltspiel und das Verteidigen nach Führungen noch erfolgreicher aufziehen. Demirbay ordnet sich unter. Macht sich dreckig für die Kollegen. Eher Bade- als Designermantel.

Vom Alleinunterhalter zum Teamplayer

Aus dem Düsseldorfer Alleinunterhalter ist ein Teamplayer geworden. Eine Eigenschaft, die ihm in Hamburg immer abgesprochen wurde. Vielleicht ist er so erfolgreich, weil Demirbay in Hoffenheim die richtigen Mitspieler gefunden hat. Vielleicht, weil ihm trotz des Designermantels in Düsseldorf die Flausen aus dem Kopf getrieben wurden. Oder vielleicht nur, weil Demirbay endlich mitspielen darf.


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