Warum Kerem Demirbay so wichtig für die TSG Hoffenheim ist

Mitspieler im Designermantel

Kerem Demirbay hat bei der TSG 1899 Hoffenheim den besten Saisonstart seiner Karriere absolviert. Dabei würde er dort überhaupt nicht spielen, wenn alles ganz normal verlaufen wäre.

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Vor jedem Spieltag stellen wir euch einen Bundesligaspieler vor, der nicht immer im Rampenlicht steht und trotzdem eine entscheidende Rolle für seine Mannschaft spielt. Ob wir damit tatsächlich Recht behalten, seht ihr samstags ab 15 Uhr in unserer großen Bundesliga-Konferenz und konferenz.11freunde.de.

Nach einem Büßerhemd sah es wahrlich nicht aus, was Kerem Demirbay an diesem kalten Nachmittag in Haan bei Düsseldorf trug. Im hellen Designermantel und frischgewichsten Lackschuhen stand der Profi als Schiedsrichter inmitten von D-Juniorinnen auf einem Kunstrasen(!)platz. »Zwischen Kö-Bummel und Lunch noch eben ein Fußballspiel pfeifen« war noch einer der netteren Kommentare.

Dabei wollten Spieler und Verein ein Zeichen setzen, nachdem Demirbay Tage zuvor der Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus nach einer Roten Karte sagte, Frauen hätten im Männersport nichts verloren. Der Verein dachte sich das Spiel als kreative Strafe aus – es ging dank des Designermantels gehörig daneben.

Und erst vor zwei Wochen legte sich Demirbay erneut mit dem Schiedsrichter an. Diesmal musste sich Bastian Dankert anhören, dass die soeben gezückte Rote Karte niemals eine gewesen sei. Pointe: Demirbay beschwerte sich nicht, er setzte sich für seinen Gegenspieler Kevin Volland ein, der ihn im vollen Lauf von den Beinen geholt hatte. 

So viele Tore wie der HSV – kein Scherz

Dankert änderte seine Entscheidung nicht und so schoss Demirbay pflichtbewusst nur wenige Minuten später das 1:0 aus Hoffenheimer Sicht. Das Spiel war damit schon entschieden, der Sieg eingetütet. Und Demirbay machte eine Woche später genau dort weiter, legte einen Freistoß passgenau auf den Kopf von Niklas Süle, sodass auch das Topspiel gegen Hertha BSC für die ungeschlagene TSG entschieden wurde.

Damit schoss der Deutsch-Türke, der zurzeit als Kandidat für die türkische Nationalelf gehandelt wird, in dieser Saison übrigens genauso viele Tore wie der Hamburger SV. Was zugegebenermaßen nur als ein lauer Witz im allgemeinen HSV-Mobbing durchgeht, jedoch in diesem Fall ein besonderes Geschmäckle besitzt. Schließlich gehörte Demirbay in den letzten drei Jahren den Hanseaten an – er spielte dort nur nie. 

Hamburg – Kaiserslautern – Düsseldorf

Ablösefrei hatte ihn der HSV 2013 von Borussia Dortmund an Land gezogen. In Dortmund hatte der Juniorenspieler es nur bis in die U23 gebracht. Und auch in Hamburg konnte er sich anfangs mit verschiedenen Blessuren nicht durchsetzen, sodass ihn Trainer Mirko Slomka auf Leihbasis an den 1. FC Kaiserslautern abgab. Nach einer guten Zweitligasaison, der U21-Europameisterschaft und einer verkürzten Vorbereitung unter Bruno Labbadia wiederholte sich das Spiel. Demirbay ging per Leihvertrag nach Düsseldorf.

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