Warum Kamerun die Ausrichtung des Afrika-Cups 2019 verloren hat

Droht das Turnier nun sogar auszufallen?

Wird Kamerun das Turnier zu einem späteren Zeitpunkt austragen?

Das ist durchaus realistisch. Denn auch wenn die Stadien bis zum nächsten Jahr nicht mehr fertig geworden wären, sind die Bauarbeiten durchaus fortgeschritten. Ahmad Ahmad, Chef des afrikanischen Fußballverbandes, hat den Kamerunern deshalb das Angebot gemacht, die Organisation des Afrika-Cups nachzuholen – und zwar schon in zwei Jahren. Als Gastgeber für 2021 ist zwar eigentlich die Elfenbeinküste vorgesehen, doch auch die Ivorer werden laut Ahmad zu diesem Zeitpunkt »nicht bereit sein. Deshalb könnte Kamerun das Turnier übernehmen, und die Elfenbeinküste wäre dann 2023 dran und hätte zwei Jahre mehr Zeit zu Vorbereitung«.

Was passiert im nächsten Jahr? Droht das Turnier sogar auszufallen?

Falls sich kein Ersatzgastgeber finden sollte, ist dieses Szenario laut der Pariser Tageszeitung »Le Monde« nicht ausgeschlossen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass entweder im Süden oder im Norden des Kontinentes ein Land einspringen wird. Als heißeste Kandidaten gelten neben Ägypten vor allem Marokko und Südafrika. Letztere dürften aufgrund der seit der WM 2010 vorhandenen Infrastrukturen leicht favorisiert sein.

Muss sich Kamerun nun auf normalem Wege qualifizieren?

In der Tat. Zwar wäre das Land als Gastgeber automatisch qualifiziert gewesen, nahm aber trotzdem in einer Gruppe mit Malawi, den Komoren und Marokko an der Quali teil und bestritt die Partien offiziell als Testspiele. Dementsprechend trat die Mannschaft auch auf – gegen Marokko setzte es eine 0:2-Niederlage, ansonsten gab es einen knappen 1:0-Sieg sowie zwei Unentschieden. Auch wenn das Team momentan auf dem zur Teilnahme berechtigten zweiten Platz steht, dürften die kommenden zwei Spiele zur Nervenschlacht werden, da nun auf einmal neben dem Verlust der Ausrichtung sogar das Scheitern in der Qualifikation droht.

Was ist die gute Nachricht?

Eine Satzungsänderung des Afrikanischen Fußballverbandes im Jahr 2017. Davor hieß es nämlich im Paragraph 92.3, dass »bei einem (weniger als ein Jahr vor dem geplanten Start des Turniers) beschlossen Entzug des Gastgeberrechtes die A-Mannschaft des betroffenen Landes für die nächste Ausgabe des Afrika-Cups ausgeschlossen wird«. Glück im Unglück also – zumindest für die Spieler der »Unzähmbaren Löwen«-, dass diese Regel nicht mehr gilt.