Warum Jordan Beyer für Gladbach so wichtig ist

Aufgewachsen auf Kempener Ascheplätzen

Beyers Zukunft ist natürlich nicht in Stein gemeißelt, obwohl er zu den absoluten Gewinnern der Saisonvorbereitung zählt, doch stehen die Zeichen günstig für einen Kickstart in die Profikarriere. So sagt Manager Max Eberl: »Wir haben unsere Philosophie darauf ausgelegt, dass wir immer wieder Talente finden wollen, am besten im eigenen Stall.« 

Beyer entspricht dieser Philosophie. Ziemlich genau. Bis zur U15 nahm der Kempener zwar noch den Umweg über die Jugendmannschaften von Fortuna Düsseldorf, 2015 ging er zu seinem Herzensverein. Der Borussia ist daran gelegen, ihn früh bei den Profis einzubinden. Auch, um der Mannschaft Identifikationspotential zu verschaffen.

Das kann Beyer liefern, nicht nur wegen seiner Vereinsverbundenheit, sondern auch wegen seines Einsatzes auf dem Platz. Im Pokal zeigte er sich abgeklärt und zweikampfstark, defensiv stabil und offensiv intelligent. Könnte daran liegen, dass er auf Kempener Ascheplätzen aufwuchs. Klar, Hastedt war nur ein Fünftligist. Aber Trainer Dieter Hecking vertraut ihm: »Dass er am Samtag, wenn Leon Bailey oder Julian Brandt über seine Seite kommen, mehr zu tun bekommen wird, ist klar. Aber ich glaube, er wird auch das lösen.«

Ganz besonders wichtig ist die Position, auf der Beyer sich gerade in den Vordergrund spielt. In Zeiten einer Spielkultur, die Außenverteidiger quasi zu den wichtigsten Spielern auf dem Platz überhöht, ist ein vielversprechendes Talent für diese Rolle sowohl in monetärer als auch in spielerischer Sicht Gold wert, weil viele Bundesligaklubs auf den defensiven Außenbahnen Schwächen haben. Dabei kann der 18-Jährige auch auf beiden Innenverteidigerpositionen in Heckings geliebter Viererkette auflaufen, wie er es auch schon für die deutsche U18-Auswahl getan hat.

Seine Zeit ist gekommen

Nachdem sich die Borussia lange und am Ende erfolglos um Reece Oxford bemühte und durch die schon vor Saisonbeginn wieder unfassbare Zahl an Muskelverletzungen scheint die Zeit von Jordan Luis Beyer etwas früher zu kommen, als gedacht. 

Diesmal dann mit echtem Gegner und wahrscheinlich ohne 11:1-Sieg. Beyer wird es einigermaßen egal sein.