Warum Jonas Hector für den FC so wichtig ist

Mit Tränen in den Augen Richtung Kabine

Und dennoch: Nach Hectors Ausfall gab es erstmal richtig Backenfutter beim 5:0 gegen Dortmund. Aus den 14 Spielen ohne ihn holte der Effzeh nur sechs Punkte, in den ebenfalls 14 seit seiner Rückkehr 16. Dass das aller Voraussicht nach nicht reichen wird, um die Klasse zu halten, ist genauso klar wie bitter. Auch und gerade für Jonas Hector, der den Großteil der Hinrunde zum Zusehen verdammt war.

Nach der 2:1-Niederlage in Berlin am vorletzten Spieltag wollte Hector einem Fan im Auswärtsblock sein Trikot schenken. Es kam postwendend zurückgeflogen. Mit Tränen in den Augen ging er Richtung Kabine, das Trikot blieb auf der Tartanbahn des Olympiastadions zurück.

Der Mann, der laut Nationalmannschafts-Spielanalytiker Christofer Clemens »das Spiel verstanden« hat, hatte sich 90 Minuten erfolglos gegen die Niederlage gestemmt. Dafür bekam er dann noch emotional auf die Fresse. »Damit hält man den Jungen nicht«, meinte Stefan Ruthenbeck anschließend. 

Wie sagt man auf Kölsch »Ehrenmann«?

Dass Hector trotzdem in Köln bleibt, zeugt von seiner Demut und seinem Charakter. Der direkte Wiederaufstieg nach dem bevorstehenden Abstieg muss das Ziel des FC sein. Und es ist das von Jonas Hector. »Ich gehöre zum FC und will mit dem Team und den Fans im Rücken in der neuen Saison wieder voll angreifen«, begründete er seine Entscheidung. Obwohl er die Hälfte der Saison verletzt verpasste, möchte er die Fehler der Vergangenheit wieder gut machen.

Und es ist nicht unwahrscheinlich, dass ihm das gelingen wird. Weil er der beste Spieler des FC und (quasi) Kapitän ist, weil er die Mannschaft trägt und weil er mit seiner Zusage für eine Verlängerung die Basis für jenen Wiederaufstieg gelegt hat, für den er, der ganze Verein und die ganze Stadt kämpfen werden. Wer weiß, ob Timo Horn ohne Hector mitgezogen wäre. Auch Leonardo Bittencourt wird seinem Beispiel womöglich folgen.

»Ich blieve he, wat och passeet«, singen Die Höhner in ihrem Lied »Hey Kölle! Du bes e Jeföhl«. Jonas Hector hat es sich zu Herzen genommen. Liebe Fans des 1. FC Köln: Wie sagt man auf Kölsch eigentlich »Ehrenmann«?