Warum John-Anthony Brooks für Hertha so wertvoll ist


Wall of Brooks

Gegen den BVB kommt es bei der Hertha besonders auf John-Anthony Brooks an. Warum das ein gutes Zeichen ist und wieso er von Boateng genervt ist.

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Immer wieder diese Vergleiche mit Jerome Boateng. Anfangs schmeichelten sie ihm noch. Doch irgendwann will man eben nicht mehr der Typ sein, der an jemand anderen erinnert. Irgendwann will man als seine eigene Marke dastehen. Nicht in den Fußstapfen anderer laufen, sondern selbst welche hinterlassen.



Also sagt John-Anthony Brooks, den alle nur Jay nennen: »Um ganz ehrlich zu sein, finde ich ihn (den Vergleich, Anm. d. Red.) ein bisschen ausgelutscht. Aber ja, wenn ein Außenstehender uns beide vergleicht, kann man vielleicht ein paar Parallelen finden. Trotzdem sind wir zwei ganz verschiedene Typen.«



Die Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen. Und reichen doch nicht sonderlich weit. Boateng und Brooks - Berliner, Innenverteidiger der Marke »Kante, technisch versiert«, Migrationshintergrund. Das war es dann auch schon. Alles andere wäre Gleichmacherei.



Brooks lässt schon als Junior aufhorchen

Als Sohn einer deutschen Mutter und eines aus Chicago stammenden Vaters in Berlin auf die Welt geworfen, beginnt er seine Fußballreise bei Blau Weiß Berlin. Dessen Vorgängerklub spielte 1986/87 in der Bundesliga, da war Brooks, Jahrgang 1993, noch gar nicht geboren.



Über den Lichtenrader BC geht es zu Hertha 03 Zehlendorf, Berlins Talenteküche. Hier haben die Kovac-Brüder begonnen, Pierre Littbarski oder Christian Ziege. Hier feilen sie auch an der Naturerscheinung John-Anthony Brooks, von dem es früh heißt, er sei ein ungehobener Schatz.



Das entgeht selbst der großen Hertha nicht, die sich zu jener Zeit erfolgreich anschickt, die Jahre wenn nicht Jahrzehnte über brachliegende Nachwuchsarbeit auf Vordermann zu bringen. Brooks spielt nach seiner Zeit bei den Junioren zunächst für die zweite Mannschaft, lässt aber auch dort weit über die Stadtgrenzen hinaus aufhorchen.



Luhukay verpasst ihm zwei Mal die Höchststrafe

Bis nach München hallt sein Ruf. Die Bayern machen ihm ein Angebot. Doch Brooks hat Blut geleckt: »Für die Hertha zu spielen, in ›meiner‹ Stadt, ist etwas ganz Besonderes. Doch das habe ich erst gemerkt, als ich zur Hertha wechselte. Hier will jeder Berliner Junge einmal spielen.«



Also bleibt er, will sich durchsetzen. Anders als sein ewiger Vergleichsschatten, anders als Jerome Boateng, der für Herthas erste Mannschaft ganze elf Spiele absolviert, ehe er für heute geradezu lächerlich anmutende 1,1 Millionen Euro zum Hamburger SV wechselt.



Doch wie das so ist mit ungeschliffenen Diamanten: Anfangs absorbieren sie das Sonnenlicht. Jos Luhukay nimmt ihn gleich zweimal noch vor der Halbzeit vom Feld - Höchststrafe.