Warum Jena-Trikots auf der ganzen Welt bestellt werden

»Erreichen Leute, die uns völlig verschlossen waren«

Neben finanziellen Gewinnen hat der Pakt einen weiteren großen Vorteil: die Erschließung neuer Zielgruppen. Denn sowohl der FC Carl Zeiss als auch die »Wacken Foundation« kommen durch die Zusammenarbeit mit Menschen in Kontakt, die sonst vielleicht nicht einmal von der Existenz des jeweiligen Vereines gewusst hätten: »Uns rufen Medien an, für die der FCC im Speziellen und der Fußball im Allgemeinen sonst keine große Rollen spielen Wir erreichen Leute, die uns vorher völlig verschlossen waren.«

»Heaven Shall Burn« folgen alleine auf Facebook knapp 280.000 User mehr als dem Drittligisten. Beim bloßen Profit aus dem Sponsoring einer erfolgreichen Metalcore-Band soll es aber nicht bleiben: »Wir wollen nicht einfach mit einem Label auf der Brust rumlaufen, sondern es auch mit Leben füllen. Wir wollen beim »Wacken«-Festival vor Ort sein und denken darüber nach, im Stadion mehr Rock zu spielen.« Denn wo Rock drauf steht, müsse auch Rock drin sein.

Die Anhänger des FCC hätten das unkonventionelle Sponsoring bis dato sehr wohlwollend aufgenommen, ob Metal-Head oder nicht: »Die Leute haben gemerkt, dass das coole Jungs sind, die etwas für ihren Klub vor der Haustür machen. Die leben das einfach. Deswegen werden sie auch von denen gemocht, die die Musik vielleicht gar nicht unbedingt hören.«

Gigs in Lateinamerika

So schlagen die Thüringer einen stillvollen Spagat: Man kooperiert mit einem heimischen, finanziell stabil aufgstellten »Unternehmen«, hat zeitgleich die Chance, gemeinnützigen Organisationen zu helfen und dabei noch elegant wichtige Werbung für den Verein zu machen. Win-Win-Win nennt man das wohl. 

»Wenn man im Urlaub, egal ob in Italien oder Lateinamerika, ein »Heaven Shall Burn«-Konzert besucht und jemandem im Trikot des FCC sieht, ist das natürlich schön.« Und Trautmann weiß auch: »Das würde uns mit dem Supermarkt um die Ecke nicht passieren.«