Warum Javi Martinez für Bayern so wichtig ist

Ich glaube, ich bin verliebt

Unter Don Jupp strahlt der Stern von Javi Martinez endlich wieder gleißend hell am bayrischen Himmel. Höchste Zeit für eine Liebeserklärung an den Basken mit dem Colgatelächeln im Gesicht und dem Zauber im Fuß, unseren Spieler des Spieltags.

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Lieber Javi,

ich darf doch Javi sagen, oder? Schließlich kennen wir uns schon seit deinen Zeiten bei Athletic Bilbao. Damals, als du als 18-Jähriger, ohne Erstligaeinsatz, dafür mit viel grüner Farbe hinter den Ohren zurück in deine Heimat kamst. Damals, als auf Laola1.tv deine 1,90 Meter zum ersten Mal so sanft über den Platz schwebten, wie der baskische Izarra meine Kehle hinabrinnt.

Als du 2006 - einem jungen Fernando Hierro gleich - beide Tore beim 2:0 über Depor erzieltest. Als du 2009 trotz beharrlichen Werbens aus Liverpool in Bilbao bliebst, obwohl du von Steven Gerrard so viel hättest lernen können. Als du im Frühjahr 2012 innerhalb weniger Wochen erst das Euro League-Finale gegen Atlético und dann das Endspiel der Copa del Rey gegen Barça verloren geben musstest. Als du nach dem Königspokal-Finale als erster die Treppen zur Medaillenverleihung emporstiegst und dir gefühlt zum ersten Mal kein strahlendes Colgatelächeln im Gesicht stand.

Wenn du spielst, Mann, dann spielst du richtig

Javi, seien wir doch mal ehrlich. Als du daraufhin im Sommer in die Bundesliga kamst, der Ligakrösus dich mit 40 Millionen Ablöse auf expliziten Wunsch Don Jupps zum (damals) teuersten Transfer im deutschen Fußball machte und die selbsternannten Experten nach fünf Weißbier im Doppelpass murrten, wie viel Geld das sei, hatten die wenigsten damit gerechnet, dass du rund fünfeinhalb Jahre später 98 Spiele für die großen Bayern gemacht haben würdest.

Ich auch nicht. Gottverdammt, ich als allerletzter! NUR 98 Spiele in fünfeinhalb Spielzeiten. Das ist deiner einfach nicht würdig. Doch mehr war nicht drin. So oft habe ich mir Sorgen um dich gemacht, wenn du schon wieder ein Spiel verpasstest. 105 Mal musstest du verletzt zusehen. Aber wenn du spielst, Mann, dann spielst du richtig. Richtig gut.

Wie Amors Pfeil trifft mich jedes deiner unhaltbaren Kopfballtore, mit denen du einen Angriff abschließt, den du selber aus den Tiefen der eigenen Hälfte mit einem dieser so überlegten, öffnenden, so genau platzierten Pässe eingeleitet hast, mitten ins Herz. Wie an Halloween, als du blutendes Kopfballungeheuer Celtic Glasgow aus der Champions League gekegelt hast. 

Ausgerechnet Pep Guardiola!

Wenn du dich von deiner Position im defensiven Mittelfeld löst und mit deinen Siebenmeilenbeinen in Richtung gegenüberliegendes Tor läufst, wird den gegnerischen Abwehrreihen regelmäßig mulmig. Ich hingegen habe Schmetterlinge im Bauch. 

Aber ausgerechnet Pep Guardiola, der womöglich größte, definitiv aber besessenste Taktiker des modernen Fußballs, der seine Spieler immer verbessern möchte, machte dich schlechter. Oder besser gesagt: zum Innenverteidiger. Und beraubte dich zumindest teilweise deiner größten Stärke: der Antizipation. 

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