Warum ist es zwischen Mauro Icardi und Inter Mailand eskaliert?

»Er hat uns blamiert«

Mauro Icardi hätte eine Ikone bei Inter Mailand werden können. Jetzt weigert er sich, für den Verein aufzulaufen. Nicht sein erster Eklat – und nicht zum ersten Mal, dass der Grund dafür eine Frau namens Wanda sein könnte. 

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»Einen wunderschönen #Valentinstag an alle Verliebten.« Der Satz prangt über einem Foto, das der italienische Twitteraccount Chiamarsi Bomber, bekannt für seine zynischen Posts, anlässlich des 14.02 gepostet hat.

Die Szene auf dem Bild: Im Vordergrund ein gedeckter Tisch, im Hintergrund das tiefblaue Meer und mittendrin drei lächelnde Menschen, die in die Kamera blicken. Die Personen sind Mauro Icardi, Maxi Lopez und dessen damalige Frau Wanda Nara. Das Foto entstand im gemeinsamen Urlaub – kurz bevor herauskam, dass Icardi eine Liebschaft mit Wanda Nara hatte. Lopez und Icardi, das waren zuvor nicht nur Arbeitskollegen gewesen. Sie waren enge Freunde – die argentinische Doppelspitze von Sampdoria Genua. Der Betrug schockierte 2013 nicht nur Maxi Lopez, sondern ganz Italien. Mittlerweile ist Nara mit Icardi verheiratet, die drei Kinder aus der Ehe mit Maxi Lopez stehen ihrem Ziehvater Icardi sehr nahe. Er tätowierte sich sogar ihre Gesichter auf den Oberarm.

Dass dieses Foto gestern erneut herausgekramt wurde, hat einen Grund: Wieder einmal hat Mauro Icardi halb Italien gegen sich aufgebracht. Er ist sein Kapitänsamt bei Inter Mailand los, beim Europa-League-Spiel gegen Rapid Wien fehlte Icardi im Kader, ein Verkauf von ihm wird immer wahrscheinlicher. Icardi liegt mit Inter im Streit. Und wieder einmal spielt in diesem Drama seine ehemalige Affäre und heutige Ehefrau Wanda Nara eine Hauptrolle.

Inters jüngster Kapitän der Geschichte

Dabei hofften die Nerrazzurri lange, mit Mauro Icardi ihre nächste Legende gefunden zu haben. Als Javier Zanetti 2014 seine Karriere beendete, tat Inter sich schwer, einen würdigen Nachfolger für das Amt des Spielführers zu finden – dem Team fehlten die lauten Persönlichkeiten. Andrea Ranocchia, der langjährige Innenverteidiger, wirkte eine Saison lang höchstens wie eine Zwischenlösung. Und konnte sich nicht durchsetzen. Währenddessen prügelte Inters zuverlässigster Mann damals vorne im Sturm die Bälle Spieltag für Spieltag ins Tor. 36 Treffer in zwei Jahren, Torschützenkönig, der junge Mauro Icardi. Schnell fiel die Entscheidung zu Icardis Gunsten, und mit dem Start der Saison 2015/16 führte ein 22-Jähriger Inter Mailand an. Icardi wurde der jüngste Kapitän in der Geschichte des Klubs.

Heute ist Icardi ein kompletter Stürmer – schnell, kopfballstark, viel Ballgefühl und ausgestattet mit einem verdammt guten Abschluss. Die Serie-A-Klubs wählten ihn 2018 zum Spieler des Jahres. So ziemliche alle großen Vereine wollen ihn. Der FC Arsenal, Manchester United, Real Madrid. Für Juventus Turin soll er eigentlich die erste Wahl gewesen sein. Noch vor Cristiano Ronaldo. Juve habe sich mit dem Wechsel allerdings »ein unglaubliches Theater« ersparen wollen, wie Juves Sportdirektor Fabio Paratici nachträglich erklärte. Juventus und Inter sind zutiefst verfeindet.