Warum ist Eintracht Frankfurt so schlecht?

Das auch noch: neuer Negativrekord

An diesem Grundproblem, das eher lang- als kurzfristig wirkt, konnte auch der neue Frankfurter Trainer wenig ändern. Niko Kovac versuchte alles, was ein Trainer binnen einer Woche versuchen kann. Er appellierte an die Ehre der Mannschaft, er stellte die Startelf auf den Kopf, er stellte auf eine völlig neue Formation um. Vergeblich. Auch gegen Gladbach hatte man als Außenstehender über 90 Minuten hinweg keine Ahnung, wie diese Frankfurter eigentlich ein Tor erzielen wollen. Kein einziger Schuss kam auf das Gladbacher Tor – Negativrekord in dieser Saison.

Frankfurter Wechselspielchen

Dabei hatte Kovac durchaus was gewagt. Er stellte seine Mannschaft im 4-3-3 auf. Mittelfeld-Dribbler Marco Fabian begann zunächst als Stürmer. Stefan Aigner und Haris Seferovic sollten von den Flügeln aus hinter die Abwehr starten. Doch soweit kamen die Frankfurter gar nicht erst; sie scheiterten daran, das Gladbacher Pressing zu überspielen. Hoch und weit oder kurz und direkt? Die Frankfurter Spieler verfolgten keine klare Strategie. So verbesserte sich das Frankfurter Spiel auch nicht, als Seferovic später zentral und Fabian auf dem Flügel spielte.

Niko Kovac dringendste Aufgabe muss es jetzt sein, seiner Mannschaft eine klare Strategie einzuimpfen – nicht im Detail, sondern als großes Ganzes. Gerade das Spiel gegen den Ball braucht feste Rituale und Abläufe. Die Partie gegen Gladbach könnte ein erster Fingerzeig gewesen sein: Teilweise presste Frankfurt früh, rückte im 4-3-3 weit nach vorne. Doch die Bewegungen waren noch nicht abgestimmt. Doch dies ist wenigstens ein kleiner Hoffnungsschimmer, auf dem Kovac aufbauen kann.

Die Rivalen haben deutlichen Vorsprung

Es ist auf den ersten Blick verlockend, Kovac oder Ex-Trainer Armin Veh die Schuld in die Schuhe zu schieben. Doch dem Klub an sich fehlt es an einer spielerischen Philosophie. Das ist umso bitterer, als dass die Lokalrivalen aus Mainz und Darmstadt eine so starke Philosophie haben, nach der sie all ihr Handeln ausrichten – von den Trainer- über die Spielerverpflichtungen bis hin zur Jugendarbeit. Die Frankfurter Krise ist nur ein Symptom für ein weitaus größeres Problem. Und genau das sollte den Frankfurter Anhängern am meisten Sorgen bereiten. Oder einfach gesagt: Puh!