Warum Horst Hrubesch so wichtig für den deutschen Nachwuchs ist

Volland und Can, die neuen Fixpunkte

In der Tat hatte Hrubesch nach dem Spiel in Wiesbaden verraten, dass all die Spieler, die wegen Verletzungen nicht dabei sein konnten, dem Team E-Mails und SMS geschickt hätten. Und das, obwohl »wir erst 18 Tage miteinander gehabt haben.« Unter den verletzten Nominierten waren unter anderem Moritz Leitner, Leon Goretzka und Bernd Leno. Vor allem am Beispiel Leitner lässt sich ein Unterschied zu Adrion in Personalfragen festmachen: Adrion hatte für die EM-Endrunde überraschenderweise auf den quirligen Dortmunder verzichtet, was Jürgen Klopp zu der hämischen Aussage trieb: »Wer ihn nicht mitnimmt, muss ein tolles Team haben.« Nachfolger Hrubesch hingegen setzt voll auf den mittlerweile an den VfB Stuttgart ausgeliehenen Mittelfeldspieler:  Leitner ist Vizekapitän, zudem traf er je einmal in den beiden ersten EM-Qualifikationsspielen in Irland und auf den Färöern.

»Doof und dumm«

Noch mehr im Mittelpunkt der Mannschaft aber steht nun, nachdem Lewis Holtby diese Rolle nicht mehr ausfüllen kann, Kevin Volland. Er ist bislang Deutschlands gefährlichster Schütze, ist der Kapitän, dirigiert seine Mitspieler. Nach den Spielen ringen sich die meisten Mikrofone und Kameras um ihn, dann sagt er abgeklärte Sätze wie: »Wir haben das Ding souverän runtergespielt.« Zudem entwickelt sich Emre Can zum neuen Ballverteiler im Mittelfeld. Can debütierte unter Adrion in der U21, und Hrubesch kommt nun zugute, dass Can durch seinen Wechsel vom FC Bayern zu Bayer Leverkusen auch außerhalb der U21 weitaus mehr Spielpraxis sammeln darf. Wie wichtig diese beiden Spieler für das Gefüge der Mannschaft sind, zeigte der sehr mühsame 3:2-Sieg am gestrigen Dienstag gegen die Färöer. Drei Mitglieder seiner Viererkette hatte Hrubesch ausgetauscht, dazu die Doppelsechs neu besetzt. Die Folge: schlimme Abstimmungsprobleme, Deutschland geriet gegen den Fußballzwerg vor heimischem Publikum zweimal in Rückstand. Erst als in der zweiten Hälfte Volland und Can kamen, drehte Deutschland das Spiel; Volland schoss ein Tor, Can traf den Pfosten und bereitete das 3:2 vor. Hrubesch analysierte die Partie in »Mister Gnadenlos«-Manier: »Wir haben uns doof und dumm angestellt.«

Bei der Frage, welche Spieler die Löcher im Team stopfen sollen, die der U21 entwachsen sind, verlässt sich Hrubesch auch auf das Urteil seines Co-Trainers Ralf Peter. Der unterstützt ihn bei der Sichtung von Bundesligaspielen und bei Spielanalysen. Sein anderer Co-Trainer Thomas Nörenberg, mit dem er schon über zehn Jahre zusammenarbeitet, unterstützt ihn vor allem bei der Trainingsgestaltung. Neueste Änderung war die Personalie Klaus Thomforde, der Uwe Gospodarek als Torwarttrainer ablöste. Unter den neuen hoffnungsvollen Spielern im Kader ist neben Yunus Malli vom FSV Mainz und Wolfsburgs Robin Knoche auch Philip Hofmann vom Zweitligisten FC Ingolstadt, der gegen Montenegro gleich mal ein Tor schoss. Hrubesch verhalf Dortmunds Talent Jonas Hofmann zum U21-Debüt, beim Testspiel gegen Frankreich kam der Mittelfeldspieler erstmals zum Einsatz. »Das gesamte Paket hat sich richtig gut entwickelt«, sagt Hrubesch und meint damit die Nachwuchsabteilung des DFB. Er muss es wissen: Vor seiner Rückkehr zur U21 im Juni war er Trainer der U18. Und angesichts von vier Siegen in vier Qualifikationsspielen mag man sein Urteil teilen. Andererseits: Auch Rainer Adrion reiste mit einer U21 zur EM-Endrunde, die ohne Niederlage durch die Qualifikation gekommen war.

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