Warum hatte der BVB im Finale keine Chance?

Er war da was am planen dran

Simpel, aber konsequent – so führte Dieter Hecking seine Wolfsburger zum Titel.

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Dieter Hecking hatte einen Plan und der ging auf. Das Pokalfinale in der Spielanalyse:

Dortmund spielte im 4-2-3-1 mit einer sehr beweglichen und flexiblen Offensive. Reus und Mkhitaryan zog es von Außenbahnen immer wieder ins Zentrum und die Halbräume. Der Plan dahinter war wohl, die Wolfsburger in der Mitte vor Zuordnungsprobleme zu stellen. In der Regel agieren die Sechser der Niedersachsen sehr mannorientiert und verfolgen die gegnerischen Mittelfeldspieler zumindest in der eigenen Hälfte über weite Strecken. Weil die Wolfsburger Außenverteidiger ihre Positionen jedoch hielten, konnten Reus und Mkhitaryan gemeinsam mit Kehl und Gündogan eine klare Überzahl im Zentrum schaffen – und sich dem gegnerischen Zugriff somit vorerst entziehen.

Hecking war auf Klopps Ideen vorbereitet

Gündogan und Kehl wichen in einem gut balancierten Wechselspiel nach hinten oder außen aus, während Mkhitaryan sich die Bälle teilweise sehr zentral abholte. Eine Wolfsburger Mannorientierung im gewohnten Ausmaß wäre hier zum Fiasko geworden, also blieben Gustavo und Arnold etwas passiver. Der BVB konnte durch diese flexible Spielweise phasenweise ein sicheres und konstruktives Kombinationsspiel aufziehen. Vor allem Kagawa und Aubameyang sorgten mit cleveren Bewegungen dafür, dass es stets Anspielstationen gab. So auch beim Führungstreffer: Kagawa wich nach rechts auf Mkhitaryans Grundposition aus und fand etwas Zeit am Ball. Zeit genug, um den gut startenden Aubameyang in der Spitze mit einem Chip hinter die Abwehrkette zu bedienen. Doch nicht nur Jürgen Klopp hatte sich etwas ausgedacht. Sein Gegenüber war bestens vorbereitet.

Wolfsburg begann im gewohnten 4-2-3-1 – mit einigen kleinen Änderungen. Dieter Hecking passte die Spielweise seiner Mannschaft an die Stärken des Gegners an. Normalerweise rücken die Flügelspieler der Niedersachsen bei Angriffen oft in die Spitze. Dort unterstützen sie Mittelstürmer Bas Dost und machen gleichzeitig die Außenbahn frei für die nachrückenden Außenverteidiger.