Warum Hannovers Mitgliederversammlung so spannend wird

Zwei Drittel für ein Halleluja



Heute Abend findet in Hannover die Jahreshauptversammlung von 96 statt. Warum es eigentlich nicht um Fußball geht, Martin Kind vom Ende spricht und ein Abteilungsleiter zweifelhafte Mails an Mitglieder verschickt? Wir erklären. 



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Worum geht’s überhaupt?


Um die Zukunft des Klubs. Und eigentlich nicht um Fußball. Denn heute tagt der Hannover 96 e.V., der mit seinen 16 Abteilungen (u.a. Leichtathletik, Kegeln, Badminton und Tischtennis) für den Breitensport zuständig ist. Martin Kind ist trotzdem anwesend, schließlich ist er nicht nur Geschäftsführer des Profibereichs, sondern eben auch Vorstandschef des eingetragenen Vereins. In dieser Funktion muss er den Mitgliedern heute über den Status Quo im Amateurbereich berichten. 

Wer ist sonst noch da? 
Außer Kind sind von den 5800 stimmberechtigten Mitgliedern rund 1500 in der Swiss Life Hall, von denen 500 bis 600 der Opposition zugeschrieben werden dürfen. Horst Heldt, André Breitenreiter sowie die komplette Profi-Mannschaft werden ebenfalls zugegen sein.


Was passiert inhaltlich? 

Insgesamt wurden neun Anträge fristgerecht eingereicht, zwei davon sind sich sehr ähnlich und fordern grundlegende Veränderungen der Satzung. Ziel dieser Anträge ist es, dass vom Vorstand getroffene Entscheidungen noch von der Mitgliederversammlung überprüft und geändert werden können. Dadurch könnte sogar die vom Vorstand angestrebte Ausnahmegenehmigung im Bezug auf die 50+1-Regel durch einen Entscheid der Mitglieder gekippt werden.

Die enorme Sprengkraft dieses Antrags zeigt sich auch darin, dass Kind im Vorfeld der Versammlung sagte, solch eine Satzungsänderung sei »das Ende von 96 in der bestehenden Form«. Selbst ein Rücktritt des Vorstands samt Kind ist bei einem Sieg der Opposition möglich. Jedoch bräuchten die Antragssteller heute Abend eine 2/3-Mehrheit der Mitglieder, die zu erreichen unwahrscheinlich ist.