Warum Gloucester City seit 2007 nur noch auswärts spielt

»Dann kam die Flut«

Der 1883 gegründete Gloucester City AFC konnte seit über zwölf Jahren kein Spiel mehr zu Hause austragen. Doch endlich, endlich gibt es Licht am Ende des Tunnels.

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Es war ein wunderschöner Sommer im Jahr 2007. Gloucester City hatte die vorangegangene Saison in der Southern League Premier Division (7. Liga) auf einem zufriedenstellenden 10. Platz beendet. Zur Feier des Achtungserfolges bewaffneten sich der damalige Chefcoach Tim Harris und ein gutes Dutzend Fans mit Farbeimern und -rollen und verpassten ihrem Stadion, dem etwas in die Jahre gekommenen Meadow Park, einen neuen Anstrich.

»Der Ground sah danach besser aus als je zuvor«, erinnert sich der alt-eingesessene Gloucester-City-Supporter Matt Clift im Interview mit der BBC. »Doch dann kam die Flut.« Es war eine plötzliche, überfallartige Flut, völlig unvorhersehbar in ihrer nasskalten Erbarmungslosigkeit. Am Freitag, dem 20. Juli 2007, hatte es zwölf Stunden lang geregnet – »Cats and Dogs«, wie man in England sagt. 78 Liter Wasser pro Quadratmeter. Am Ende des Tages stand der nahe M5-Motorway unter Wasser, 10.000 Pendler mittendrin. 500 weitere Menschen waren auf dem Bahnsteig von Gloucester gestrandet, der wie eine rechteckige Insel aus dem umliegenden Meer hervorschaute.

Bis zu den Hüften im Wasser

Auch der 1986 errichtete Meadow Park mit seinen 4.500 Plätzen stand irgendwann unter Wasser – 2,40 Meter hoch stand die braune Brühe im Innenraum. »Ich war an diesem Tag nicht zur Arbeit gefahren wegen des heftigen Regens«, erinnert sich Matt Clift, »also fuhr ich irgendwann mit ein paar anderen Fans zum Stadion, um dort zu retten, was zu retten war. Wir packten so viel in unsere Autos, wie wir konnten, bevor die Flut über den Platz hereinbrach.« Am folgenden Tag kehrten Clift und seine Mitstreiter noch einmal an den Ort der Katastrophe zurück, um Fotos zu machen: »Wir wateten in den Stadion-Innenraum, und dort standen wir bis zu den Hüften im Wasser.«

Die Schäden an der einst für 1,4 Millionen Pfund erbauten Spielstätte waren so gravierend, dass der Gloucester City AFC die komplette folgende Saison auf anderen Plätzen bestreiten musste. Und die darauffolgende. Und die nächste. Und noch eine … Bis heute, mehr als zwölf Jahre nach der Flut, konnten die »Tigers« nicht in ihr angestammtes Zuhause zurückkehren. In der ersten Saison nach der Katastrophe bestritt der Klub seine Heimpartien großteils im 25 Kilometer entfernten Stadion der Forest Green Rovers. Es folgten zwei Jahre als Untermieter im 37 Kilometer entfernten Cirencester, wo Gloucester City sogar den Sprung in die 6. Liga schaffte.