Warum Gladbach bei den Bayern verlor

Angst vor dem Gegner statt Angstgegner

Borussia Mönchengladbach, der Münchener Angstgegner? Nicht an diesem Spieltag. Mit ihrer ängstlichen Taktik gehen sie gegen Bayern München baden.

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Es war alles angerichtet für ein saftiges Topspiel. Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach. Amtierender Meister gegen Vorjahres-Vierter. Strauchelnde Bayern gegen ihren Angstgegner – schließlich wusste kein Team die Bayern in den vergangenen Jahren so zu piesacken wie die Fohlen vom Niederrhein. Gladbach-Fans erinnern sich gern an das vergangene Jahr, als Andre Schubert seinen Kontrahenten Pep Guardiola eiskalt auscoachte.

Es kam anders. Die Bayern kontrollierten das Spiel, erarbeiteten sich früh ein Chancenplus und gewannen weitgehend ungefährdet mit 2:0. Gladbach agierte nicht auf Augen-, sondern eher auf Bauchnabelhöhe. Wer gehofft hatte, die Gladbacher würden abermals angriffslustig auftreten in der Allianz Arena, wurde schnell enttäuscht. 

Passiv, passiver, Borussia Mönchengladbach

Im vergangenen Jahr fußte der Gladbacher Sieg in München auf drei Eckpfeilern: einer perfekt harmonierenden Dreierkette, einem aggressiven Pressing und einem furiosen Konterspiel. Doch von all diesen Elementen war in diesem Jahr nichts zu erkennen.

Statt auf eine Dreierkette setzte Schubert auf ein klassisches 4-4-2-System. Die beiden Stürmer arbeiteten weit nach hinten, sodass oft eine kompakte Ordnung entstand. Statt früh zu stören, zog Gladbach sich in die eigene Hälfte zurück. Gladbach wollte offensichtlich die Bayern das Spiel machen lassen und die Räume durch eine kompakte 4-4-2-Ordnung schließen.

Bayern macht das, was die Bayern machen

Die Herangehensweise verwunderte, schließlich bewies Eintracht Frankfurt vor einer Woche, dass man mit dem Gladbacher 2015er-Rezept auch in 2016 erfolgreich gegen die Bayern bestehen kann. Die Frankfurter erkämpften sich mit einem Dreierketten-System und einem hohen, mannorientierten Pressing ein 2:2. Die Gladbacher hingegen luden die Bayern mit ihrem passiven System in die eigene Hälfte ein, konnten aber dort selten den Ball gewinnen, geschweige denn eigene Konter initiieren.

Die Bayern nutzten die Freiheiten in der eigenen Hälfte, um das Spiel ruhig und gewissenhaft aufzubauen. Carlo Ancelotti setzte auf sein bekanntes 4-3-3-System. Xabi Alonso ließ sich neben die Verteidiger fallen, um mit ihnen das Spiel aus der Tiefe aufzubauen.