Warum George Weah tatsächlich Präsident von Liberia werden kann

Bekämpfung der Korruption im Land

»Wenn er im Amt ist, wird er eine Gruppe von Experten zusammenbringen. Diese Gruppe muss die Probleme identifizieren und dann in Angriff nehmen«, sagt Kwame Oldpa Weeks, Stellvertreter des Kommunikationskomitees. Unweigerlich damit verbunden ist auch die Bekämpfung der Korruption im Land. »Er wird ein Anti-Korruptions-Komitee einsetzen. Wenn jemand mit Korruption überführt wird, muss er den Preis dafür bezahlen«, sagt Weeks.

»Mandela von Liberia«

Weah will sich um den Gesundheitssektor, die Integration von Alten und Behinderten, die Grundschulbildung und natürlich die Infrastruktur kümmern. Auch der lückenhafte Sicherheitsapparat soll durch einen „radikalen Ansatz“ erneuert werden. Die Aufgaben gleichen einer Rundumerneruerung. 

Doch seine Partei ist optimistisch. Denn die Chancen auf einen Wahlsieg stehen gut. Den ersten Wahlgang konnte Weah mit 39 Prozent gewinnen. Sein größter Widersacher Joseph Boakai erreichte lediglich 29,1 Prozent. Der Glaube seiner Anhänger ist ungebrochen. »Er kann der Mandela von Liberia sein«, sagt Weeks.

Die Ex-Frau des Warlords

Allerdings sorgte eine Personalentscheidung für Aufsehen. Weahs Kandidatin für die Vize-Präsidentschft heißt Jewel Taylor. Das große Problem: ihr Nachname. Jewel Taylor ist die Ex-Frau von Charles Taylor, der Mann, der das Land brutal beherrschte und seit 2012 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen in einem britischen Gefängnis sitzt.

»Sie teilt keine politischen Vorstellungen mit Taylor. Sie sind komplett unterschiedlich. Die einzige Gemeinsamkeit ist ihr Sohn«, sagt Weeks. Weah weist jegliche Kontakte zurück. »Ich habe keine persönliche Verbindung zu Charles Taylor, aber seine Familienmitglieder sind nicht meine Feinde«, sagt der Ex-Profi im Gespräch mit der Deutschen Welle.

Die wirklichen Herausforderungen warten noch auf George Weah. Am 7.11* findet die Stichwahl statt. Wenn Weah gewählt wird muss er beweisen, ob er nicht nur als Fußballer, sondern auch als Präsident zum Nationalhelden aufsteigen kann. Falls ja, darf Arsène Wenger wieder vor die Mikrofone treten und sagen: »Gut gemacht, Georgie«

*Anmerkung vom 4.11.: Die Stichwahl in Liberia wird verschoben. Der Oberste Gerichtshof untersucht Betrugsvorwürfe in der ersten Runde der Abstimmung am 10. Oktober. Das Urteil wird am Montag erwartet.