Warum Francesco Totti mit seiner ewigen Liebe brach

»Mit Antonio Conte wäre ich geblieben«

Zuerst soll es der spanische Roma-Manager Monchi gewesen sein, der Totti kaltstellte. Später, nach Monchis Rückkehr zum FC Sevilla, verfuhr Nachfolger Franco Baldini angbelich ganz ähnlich. »Es gab keinerlei Zusammenarbeit zwischen Baldini und mir. Und die hätte es auch niemals gegeben. Einer von uns beiden musste gehen«, klagte Totti. Seine Ideen, seine Vorstellungen seien »nicht respektiert« worden. Die Kaderplanung, diese Flut von Transfers in den letzten Jahren, peitschten Monchi und Baldini lieber alleine durch.

Nun gibt es durchaus geteilte Meinungen über die strategischen Fähigkeiten von Francesco Totti. Einige behaupten, die Roma-Ikone habe »kein Licht am Fahrrad«. Und das bezieht sich nicht wirklich auf die technische Ausstattung von Tottis Drahtesel. Andere sagen, es sei grob fahrlässig vom Verein, einen Mann mit derartig hohem Fußball-Verstand weg zu ekeln.

»Mit Antonio Conte wäre ich geblieben«

So holte Baldini im vergangenen Sommer den 29-jährigen Edelreservisten Javier Pastore vom Paris Saint-Germain. Totti hingegen hatte für diese Position Hakim Ziyech (26) von Ajax Amsterdam favorisiert. Die Eindrücke aus der zurückliegenden Spielzeit geben ihm Recht. Totti haderte am Montag auch mit der Verpflichtung von Paulo Fonseca als neuem Trainer der Roma (ab Juli). Er hätte lieber einen anderen geholt: »Mit Antonio Conte wäre ich geblieben«, betont Totti.

Die Macher des Vereins blasen derweil zur medialen Gegenoffensive und bezichtigen Totti, nun ja, der Verbreitung von Unwahrheiten: »Auch wenn wir nachvollziehen können, wie schwer es ihm fiel, die AS Roma nach 30 Jahren zu verlassen, können wir nur feststellen, dass seine Wahrnehmung der Tatsachen und der vom Klub getroffenen Entscheidungen fantasievoll und weit entfernt von der Realität ist.« Man habe zu jeder Zeit zum Besten für die Associazione Sportiva Roma gehandelt.

»Es war von Anfang an ihr Ziel, die Römer im Klub zu eliminieren«

Totti hingegen beteuert, die Machthaber beim Klub scherten sich nicht im geringsten um das Wohl der Roma. Stattdessen vollzögen sie eine Art feindliche Übernahme: »Es war von Anfang an ihr Ziel, die Römer im Klub zu eliminieren«, sagt der vielleicht bekannteste Sohn der Stadt. Immer mehr Eingeborene sind weg, darunter Tottis langjähriger Mitspieler Daniele De Rossi (35).

Auch der »ewige Römer« Totti, der sich mit zwölf Jahren als Jugendspieler dem Verein anschloss und niemals fortgehen wollte, ist weg. Bis auf Weiteres. »Vielleicht werde ich eines Tages zurückkehren«, so der verlorene Sohn mit hoffnungsvollem Unterton, »aber das setzt eine neue Eigentümerschaft voraus.«