Warum Fin Bartels für Werder so wichtig ist

Huckleberry Fin

Wenn Werder Bremen kriselt, frisst Fin Bartels gerade meist nicht viel aus. Aber wenn die Mannschaft in einen Lauf gerät, zeigt er, was ihn so wichtig macht.

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Huckleberry Fin, jene literarische Figur, die auf der stetigen Suche nach dem bescheidenen Glück jeder Person, die ihr im Weg steht, Streiche spielt. Und Fin Bartels, jener Spieler, der seine Gegner regelmäßig düpiert und trotzdem nie richtig glücklich wirkt, haben ansonsten nicht viel gemeinsam.

Trotzdem fühlt man sich beim Betrachten des Bremer Stürmers irgendwie an Mark Twain erinnert. Wenn sich Bartels mal wieder durch die gegnerische Hälfte wuselt, emsig auf einen verlorenen Ball »speckuliert« (O-Ton Huckleberry Finn) und in seinen Abschlüssen dann oft doch sehr glücklos wirkt, während der Ball wahlweise links oder rechts am Tor vorbeirauscht oder mal wieder an den Pfosten prallt.

Abstiege en masse

Das war mal ganz anders. Als Fin Bartels für Hansa Rostock spielte und mit seinen Leistungen sogar den ewigen Griesgram Frank Pagelsdorf verzückte. Oder als Fin Bartels längst für den FC St. Pauli spielte und dieser nach einer sensationellen Zweitligasaison nur aufgrund des schlechteren Torverhältnis nicht an der Relegation teilnahm.

Zugegeben war das noch die am wenigsten glücklose Saison seiner Karriere. Immerhin hatte er es vorher vollbracht mit Holstein Kiel, Hansa Rostock und eben auch mit dem FC St. Pauli abzusteigen. Trotzdem hatte sich Bartels in dieser Zeit längst zu einem hochinteressanten Objekt auf dem Transfermarkt entwickelt.

Traumtore am laufenden Band

Er schoss Tore, das man sich keine schöneren hätte vorstellen können. Im 1-gegen-1 fegte er an Zweitliga-Verteidigern vorbei und bolzte die Bälle ins lange Eck. Immer wieder. Eins davon, gegen Union Berlin, war sogar so schön, dass man sich ein schöneres Tor nicht nur nicht hätte vorstellen können, man fand auch kein Schöneres - und wählte es zum Tor des Monats.

Fin Bartels traf aus allen Winkeln. Im Fallen, im Liegen, im Sitzen oder - wie bei seinem allersten Tor - auch per Fallrückzieher.

Dass er 2014 zu Werder Bremen wechselte, war nur logisch, denn erstens konnte er dort Bundesliga spielen und zweitens blieb der gebürtige Kieler dem Norden verbunden. Verwunderung löste allein der Fakt aus, dass er mittlerweile schon 26 Jahre alt war.