Warum es so großartig wäre, wenn Frankfurt endlich mal einen Titel holen würde

»Eintracht Frankfurt, du schaffst es wieder, Deutscher Meister zu sein«

Und wartet und wartet und wartet. Und zwischendurch absteigt. Wieder aufsteigt, absteigt, aufsteigt. Wobei man natürlich nicht als Erster der Zweiten Bundesliga aufsteigt, schließlich gibt es dafür mittlerweile eine Meisterschale, die man ja bei eventuellen Feierlichkeiten hochhalten könnte. Andererseits: Will man die Meisterschale light überhaupt feiern? Wahrscheinlich nicht. 

Anders verhielte es sich mit einem DFB-Pokal. Zumal so ein Pokal in Zeiten der Münchner Superdominanz, an die man sowieso nie wieder herankommt, die einzige Möglichkeit darstellt, überhaupt noch einmal einen relevanten Titel zu holen. Auch wenn ich jedesmal die Finger überkreuze und tief einatme, wenn in der Frankfurter Stadionhymne die Zeile »Eintracht Frankfurt, du schaffst es wieder, Deutscher Meister zu sein« gesungen wird.



Realistischer ist, auch wenn ich es hasse, das zu schreiben: Der nächste, der es schafft, Deutscher Meister zu sein und nicht Bayern München zu heißen, wird wahrscheinlich ein hochgepäppelter Retortenklub sein.

Die Einmal-alle-zwanzig-Jahre-Chance

Das alles macht das heutige Halbfinale, zumindest gefühlt, zu einer Einmal-alle-zwanzig-Jahre-Chance. In Gladbach irgendwie durchwurschteln, im Finale dann Schwein haben, ganz egal. Und dann endlich am Römer stehen und dieses verdammte Versprechen von vor 25 Jahren schlussendlich doch noch eingelöst wissen. Das wäre was. Dann würde ich auch gerne wieder 30 Jahre warten. Für so etwas gibt es ja schließlich diesige Fußballkneipen und günstiges Bier. Und vielleicht sogar einen neuen Wimpel.