Warum es in Mainz kriselt

Mainz überdreht und ist zu unflexibel

3. Taktisch nicht so flexibel wie andere Teams

Die aktuelle Saison wird als Renaissance der Fünferkette in die Taktikgeschichte eingehen. Auch Mainz agierte bereits in dieser Variante. Zumeist setzt Schmidt jedoch auf sein bevorzugtes 4-2-3-1-System. Nur in den Spielen gegen Top-Teams wie Dortmund oder Bayern weicht er von diesem Schema ab.

Zusammen mit den eher vorhersehbaren Mustern im Spielaufbau macht dies Mainz ein Stück weit berechenbar. Die meisten Gegner können damit rechnen, dass Mainz im 4-4-2 presst und den Zugriff im Mittelfeld sucht. Viele Teams haben mittlerweile Wege gefunden, solch ein Pressing auszuhebeln. Das mittlerweile in der Liga bevorzugte 5-3-2-System eignet sich hervorragend dafür, ein 4-2-3-1 im Mittelfeld zu dominieren. Dies macht es den Mainzern zusätzlich schwer, Gegner zu überrumpeln.

4. Mainz überdreht in den Schlussphasen

Jean-Philippe Gbamin gelang gegen Leipzig ein wahres Kunststück: Bereits zum dritten Mal in dieser Saison flog er vom Platz. Es war der insgesamt siebte Platzverweis der Mainzer in dieser Saison. 

Das Besondere daran: Fast alle Platzverweise fingen sich die Mainzer in der Schlussviertelstunde des Spiels ein. Das ist bitter für eine Mannschaft, die traditionell über eine hohe Ausdauer verfügt. Mainz möchte in der Schlussphase noch einmal angreifen, intensiviert viel in die Zweikämpfe im Mittelfeld – und überdreht dabei regelmäßig. Die Mainzer bestrafen sich mit ihrem überharten Einsteigen selbst und verhindern, dass sie eine erfolgreiche Aufholjagd führen können. 

Am Kampf scheitert es wahrlich nicht. Den Mainzern gelingt es nicht, defensive Kompaktheit und offensiver Spielaufbau harmonisch zu gestalten. Gegen Freiburg könnte es Martin Schmidts letzte Chance sein, das Ruder noch einmal herumzureißen.