Warum es gut ist, dass der BVB gestern ausgeschieden ist

Nicht immer weiter

Dortmund hatte gegen Monaco sportlich keine Chance. Zum Glück. Weil diese Scheißwoche für die Spieler jetzt endlich vorbei ist.


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Als die Bayern am Dienstagabend in Madrid aus der Champions League flogen, gab es in diesem Land (und im Übrigen auch bei uns) genau zwei Reaktionen: Wut ob der empfundenen Ungerechtigkeit und Häme ob der empfundenen ausgeglichenen Ungerechtigkeit. Beides OK. Als Dortmund gestern in Monaco die Tür zum Halbfinale vor der Nase zugeknallt wurde, war die Sache mit der Reaktion nicht so einfach.

Sollten wir jetzt traurig sein, weil der Weg dieser jungen Mannschaft ausgerechnet gegen die Underdogs aus Monaco ein jähes Ende gefunden hatte? Sollten wir uns gar darüber ärgern, dass die Jungs im Rückspiel nie das Gefühl verbreiteten, eine Aufholjagd starten zu können? Sollten wir vielleicht sogar anfangen, über taktische Fehlentscheidungen von Thomas Tuchel zu diskutieren, um der Niederlage am Ende das komische Adjektiv »vercoacht« überstülpen zu können? Die Antwort in zwei Worten: Koko-lores.

Durch die Woche gehetzt wie Stiere durch Pamplona



Denn wir sollten eigentlich froh sein. In erster Linie froh sein aus Empathie zu den Spielern. Mit dem Ausscheiden in Monaco endet für sie eine Woche, die man ohne Übertreibung im beknacktesten Bildduktus Horror-Woche nennen kann. Sie wurden durch die bananige Ansetzung der Uefa durch diese Woche gehetzt wie eine Horde Stiere durch Pamplona, ohne Zeit zum Runterkommen, ohne Ruhe zum Verarbeiten. Dass man einen Mordanschlag nicht einfach so wegsteckt, hat man in beiden Spielen gesehen. Und dass ein mögliches Halbfinale in der Champions League nicht dazu beigetragen hätte, den Schock halbwegs aus den Knochen zu schütteln, liegt auf der Hand. Was deutlich wird, wenn wir das Rad ein wenig weiterdrehen.

Angenommen, der BVB wäre irgendwie in Monaco durchgerutscht: Spätestens zum Halbfinal-Spiel in Dortmund wäre die Mannschaft gezwungenermaßen wieder mit dem Anschlag konfrontiert worden. Sie wäre - wie zum Hinspiel gegen Monaco geschehen - international als Zeichen gegen den Terror auf dieser Welt überzeichnet worden, als Zeichen des Stehvermögens der westlichen Gesellschaft. Ohne die Frage, ob irgendwer von ihnen das überhaupt will. Zumal noch immer nicht im Geringsten klar ist, ob die Bomben vom IS oder von einem Voll-Larry aus Deutschland oder aus der Schnittmenge von beidem gebastelt wurden.

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