Warum es beim SC Freiburg so gut läuft

Unterwegs mit dem Heiligen Vater

Was haben der SC Freiburg und der FC Liverpool gerade gemeinsam? Es läuft ziemlich gut, und das ist verdächtig.

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Am letzten Wochenende ging das Spiel zwischen Bayer Leverkusen und dem SC Freiburg zu Unrecht etwas unter. Es trugen sich auf dem Rasen der BayArena zwar keine besonderen Dramen zu, es gab kaum unvergessliche Spielszenen, und dann endete die Partie auch noch mit 1:1. Allerdings setzte sich dort eine nachgerade unheimliche Serie des SC Freiburg fort. Bayer Leverkusen gab die sagenhafte Zahl von 27 Torschüssen ab und kam trotzdem nur auf einen Treffer. Auch wenn man sich die Qualität der Torchancen anschaut, die mit dem Wert Expected Goals (xG) gemessen wird, kam die Mannschaft von Bosz auf einen Fabelwert. Er betrug 3,97 xG und war der zweithöchste in dieser Bundesligaspielzeit. Selbst RB Leipzig lag bei der 8:0-Vernichtung von Mainz 05 noch einen Hauch darunter.

Man könnte also mit Fug und Recht sagen, dass der Fußballgott es mit der Mannschaft von Christian Streich an diesem Tag sehr gut meinte. Stürmer Nils Petersen sah das ähnlich: »Wir hatten sicher viel, viel Glück und den Papst in der Tasche.« Den Heiligen Vater scheinen die Freiburger aber schon einige Wochen mit sich herumzutragen, denn in jedem ihrer letzten sieben Bundesligaspiele hatte der Gegner bessere Chancen, doch nur Union Berlin gelang es, sie zu besiegen.

Fast so gut wie der FC Liverpool

Beim 1:0-Sieg von Freiburg gegen Eintracht Frankfurt lagen die Gäste mit 0,77 : 1,13 xG vorne, was ein klassisches Unentschieden gewesen wäre. In Bremen holte Freiburg trotz 2,03 : 0,87 xG zu Gunsten von Werder ein 2:2. In Düsseldorf verlor die Fortuna trotz 2,02 : 1,67 xG gegen Freiburg mit 1:2. 

Auf diese Weise hat Freiburg nach zwölf Spieltagen in dieser Saison bereits acht Punkte (oder genau 8,15 Expected Points) mehr gesammelt, als bei durchschnittlicher Chancenverwertung zu erwarten gewesen wäre. Das ist ein einsamer Spitzenwert in der Bundesliga, und auch international gibt es nicht viele vergleichbare Fälle. In Frankreich hat AS St. Etienne bislang sieben und US Cagliari in Italien sogar zehn Punkte mehr geholt als zu erwarten gewesen wäre. Einsamer Spitzenreiter ist aber der FC Liverpool, Jürgen Klopps Team liegt genau 11,2 Expected Points im Plus. In diesem Fall könnte man sogar darüber diskutieren, dass die überdurchschnittliche Qualität der Spieler im Abschluss den Wert etwas verwässert.