Warum Eintracht Frankfurt plötzlich so gut ist

Gänzend aufgelegte Stürmer

3. Hasebe in seiner Paraderolle

Die Dreierkette hat einen weiteren Vorteil: Makoto Hasebe kann in dieser Variante in seine Paraderolle schlüpfen. Zu Saisonbeginn fremdelte er mit seiner Rolle als Teil einer Doppelsechs. In der Dreierkette übernimmt er wie unter Kovac den zentralen Part der Abwehr, spielt also eine Reihe tiefer.

Aus der Tiefe heraus kann Hasebe das Spiel der Frankfurter strukturieren. Gegen Düsseldorf avancierte er zum verkappten Spielmacher; ohne gegnerischen Druck spielte er 71 Pässe, von denen beeindruckte 69 einen Mitspieler fanden. Auch gegen den Ball liegt Hasebe die Rolle in der Abwehr besser. Hier wird er durch seine beiden Innenverteidiger-Kollegen abgesichert und kann viele Situationen mit seinem Auge lösen. Eintrachts Aufschwung hängt auch eng mit Hasebes Aufschwung zusammen.

4. Besseres Konterspiel

Ist Frankfurts Erfolg also allein dadurch zu erklären, dass Hütter zu den Tugenden seines Vorgängers zurückgekehrt ist? Mitnichten. Der Eintracht gelingt es immer besser, das von Hütter geforderte Vertikalspiel umzusetzen. 

Die Außenstürmer und die Achter schießen nach Ballgewinnen wuchtig nach vorne. Gerade über die Flügel konnte Frankfurt zuletzt Gefahr entfachen im Umschaltmoment. Kostic blüht aktuell auf in seiner Rolle als offensiver Linksverteidiger einer Fünferkette. Nach und nach gelingt es Frankfurt, den schnellen Spielstil umzusetzen. Dass Fortuna beim 1:7 die Rückwärtsbewegung zwischenzeitlich vollkommen einstellte, kam den Frankfurtern bei ihrem historischen Sieg zugute.

5. Glänzend aufgelegte Stürmer

Im Sturm hat Hütter die Qual der Wahl. Mit dem angeschlagenen Ante Rebic, Branimir Hrgota, Sebastien Haller und Luka Jovic verfügt die Eintracht über vier starke Alternativen für nur zwei Positionen. Sie alle bringen unterschiedliche Stärken mit.

Bewährt hat sich das Sturmduo Haller und Jovic. Haller kann seine körperliche Robustheit einbringen, während Jovic seinen Zug zum Tor und seine Dynamik unter Beweis stellt. Je vertikaler und schneller das Spiel der Eintracht wird, umso wohler fühlt sich auch Jovic. Sein Fünferpack gegen die Fortuna war die Krönung dieser Formsteigerung; er veredelte mit seinen Sprints in die Tiefe und seinen guten Laufwegen im Strafraum das Frankfurter Konterspiel.

Nach dem Spiel gegen Düsseldorf entschied Eintracht Frankfurt, das Trikot von Jovic im eigenen Museum aufzustellen. Eine wahrhaft historische Leistung. Das hätten wohl die wenigsten Eintracht-Fans vor vier Wochen zu träumen gewagt.