Warum ein italienischer Zweitligist zur Kasse gebeten wurde

Nicht euer Ernst

In Italien muss ein Zweitligist 1000 Euro Strafe zahlen. Gründe für das Bußgeld? Der Schiedsrichter, der Stadionsprecher und leidige fünf Minuten. 

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Der Stadionsprecher soll im Idealfall sachlich von Auswechslungen und Verwarnungen berichten, darf, so es die Situation zulässt, aber gern auch mal etwas emotionaler werden. Folgt man dieser Definition, hat der Stadionsprecher vom Serie B-Klub US Avellino nichts falsch gemacht. Der italienische Verband sieht das anders. 

Im Spiel zwischen den Süditalienern und Perugia Calcio passiert lange nichts sonderlich Spektakuläres - bis zur Nachspielzeit.  Als der Schiedsrichter zum Ende des Spiels mitteilt, ganze sieben Minuten nachspielen zu wollen, schlägt ihm der Unmut der Heim-Fans entgegen. Und auch der Stadionsprecher scheint mit der Entscheidung nicht einverstanden zu sein. 

12 Minuten Nachspielzeit! 

Über die Stadionanlage schallt kurz danach der sarkastische Hinweis, dass der Schiedsrichter beschlossen habe, zwölf Minuten draufzupacken. Im Stadio Partenio ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu ahnen, welche Konsequenzen die erzürnten Ausschweifungen des Stadionsprechers nach sich ziehen. 

Avellino gewinnt die Partie, aller nicht enden wollender Nachspielzeit zum Trotz, souverän mit 2:0. Einen Tag später wird dem 15. der Serie B mitgeteilt, dass die Liga 1000 € Strafe ausgesprochen hat. Grund ist tatsächlich der Stadionsprecher, der sich »sarkastisch über die vom Schiedsrichter ausgesprochene Nachspielzeit in der zweiten Halbzeit« geäußert habe.

Der 1912 gegründete Verein musste sich darüber hinaus für den Stadionsprecher entschuldigen und versicherte über die sozialen Medien, dass die sarkastische Bemerkung keinesfalls respektlos gemeint war. 

Wahrlich ein schlechter Scherz.