Warum ein englisches Team seinen Fans Geld zurück bezahlt

Haste Scheiße am Fuß ...

258 Fans fuhren die 280 Meilen aus Yeovil im Südwesten Englands nach Luton und zurück, zum ersten Saisonspiel der League 2 in England. Bereits nach sieben Minuten ging Yeovil durch einen sehenswerten Freistoß der Nummer 7, Otis Khan, in Führung. Alles war gut, die Fans jubelten - bis zur zwölften Minute. Da schoss Olly Lee die Heimmannschaft zunächst zum Ausgleich, ehe seine Kollegen Collins, McCormack und zwei Mal Vassel in 19 Minuten vier weitere Tore schossen. Zur Halbzeit führte Luton 5:1, in der zweiten Hälfte wurde es kaum besser für die Gäste. Erst verschoss Khan einen Elfmeter, dann legte Luton zwei Tore nach. Erst in der 67. Minute gelang Yeovil das zweite Tor - zum zwischenzeitlichen 7:2-Anschluss. Als die mitgereisten Fans das Tor tatsächlich bejubelten, muss Spielern und Vorstand klar geworden sein, dass Liebe im Spiel ist.

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Die Entscheidung, den Fans das Geld zurück zu bezahlen, sei dann auch eine gemeinschaftliche Aktion zwischen Betreuerstab, Vorstand und Spielern gewesen, sagte Trainer Darren Way: »Wir wissen aber auch, dass wir die eigentliche Entschuldigung in den nächsten Wochen auf dem Feld geben wollen.«

Holger Gertz schreibt in seinem Text »Das Ende der Spielzeit«: 

»Sócrates ist tot, Lineker, Lienen, Thuram sind inzwischen keine Aktiven mehr. Das Bewusstsein der Bedeutung ihres Tuns scheint unter Fußballern von Generation zu Generation kleiner geworden zu sein. Wo wäre denn heute, unter Profis von Rang, ein weltverbessernder Kapitän? Stattdessen volltätowierte Leichtmatrosen, für jedes Tor eine einstudierte Pose, der Rest der Welt ist wurscht.«

Wenn die Spieler des FC Yeovil auch nicht unbedingt solche von Rang sind: Ihr Beispiel zeigt, dass es Ausnahmen gibt.