Warum ein Cottbus-Fan auf Pilgerreise ist

»Ausgerechnet ein Herthaner«

Noch heute redet er in gedämpften Ton davon, wie die Magie des Jakobsweges in diesem Moment eine dunkle wurde. Plötzlich begannen alle Hunde des Ortes zu bellen, sagt er, so als wolle der Fußballgott ihm ein Zeichen senden, dass es mit dem Wunder nie etwas hätte werden sollen.



Und als ob all das nicht schon des Guten zu viel gewesen wäre, erreichte nur wenige Augenblicke nach der Nachricht aus Cottbus Ex-Trainer Jürgen Röber den Ort. »Ausgerechnet ein Herthaner«, lacht Wildo die Ironie des Moments und die Rivalität der beiden Klubs weg. »Er sagte nur, dass ich doch hätte wissen müssen, dass Energie absteigt.«

Weiter zum Atlantik, ans Ende der Welt
 
Doch auf dem Jakobsweg geht es nicht um Wissen, sondern um Hoffnung. Am Tag des EM-Finales will er mit vollgestempelten Energie-Trikot am gelobten Ziel eintreffen, die Pilgerurkunde mit dem Namen Energie Cottbus entgegennehmen und die Sache ein für alle Mal gerade biegen. 820 Kilometer ist er dann gewandert.

Wenn ihm noch Zeit bleibt, will er weiter zum Atlantik, ans Kap Finisterre pilgern – das Ende der Welt. Dorthin, wo sich Cottbus jahrelang im Konzert der Großen auf der Fußball-Landkarte gefühlt befand. Dorthin, wo sich der FC Energie der Ligazugehörigkeit nach aktuell befindet.
 
Bis dahin hofft er, dass sich ein paar Sponsoren gefunden haben, um das Wunder von der Rückkehr in den Profifußball zu finanzieren. Wenn nicht, hat er ja immer noch eine persönliche Rechnung mit dem Fußballgott offen.