Warum Dortmund wieder ein echter Bayern-Verfolger ist

Wie viel wert ist die Drei-Punkte-Regel

Von wegen. Weil sich die Mainzer ganz im Matthäuschen Sinn ein offensives Herz fassten und in der 86. Minute noch einmal in die Münchener Hälfte stürmten, ein unbekümmerter 22-jähriger Kolumbianer namens Jhon Córdoba die Vorlage seines österreichischen (!) Mitspielers zum siegbringenden 2:1 verwertete und zeitgleich Dortmund in Darmstadt mit 2:0 gewann, trennen FCB und BVB nun nur noch fünf Punkte. Mit einem Sieg im Heimspiel (Samstag, 18:30 Uhr im 11FREUNDE-Liveticker) kann die Borussia auf zwei Punkte an die bislang so furchtbar dominanten Bayern heranrücken. Und die Bundesliga-Saison 2015/16 hätte endlich wieder einen Sinn.

Wer fiebert schon beim Kampf um Silber und Bronze mit?

Denn seien wir ehrlich: der Kampf um die Champions-League-, und Europa-League-Plätze ist durchaus interessant, kann in Sachen Unterhaltungswert aber nicht mit einem knackigen Endspurt um die Deutsche Meisterschaft mithalten. Silber und Bronze haben ihren Wert. Teurer wird immer Gold bleiben. Und das dramatische Schneckenrennen gegen den Abstieg mit all seiner anstehenden Dramatik und Faszination wird eben doch bis Abpfiff des letzten Spieltags ein Schneckenrennen bleiben.

Und die Drei-Punkte-Regel? Die darf am Samstag beweisen, zu wie viel Spannung sie bereit ist. Gewinnen die Bayern, ist der alte Acht-Punkte-Abstand wieder hergestellt. Eine Woche später wartet mit Werder Bremen eine Mannschaft, gegen die der FCB in den zehn Spielen zuvor zehn Mal gewonnen und eine Tordifferenz von 40:6 vorzuweisen hat. Dortmund empfängt die Bayern-Bezwinger aus Mainz.

Klinsmanns Prognose

Oder aber die Borussia siegt im Spitzenspiel und verkürzt auf magere zwei Punkte. Dann möge man in München, Dortmund und im Rest des Landes an die Worte von Jürgen Klinsmann aus dem Premieren-Sommer 1995 denken: »Bei der Drei-Punkte-Regel sieht es so aus, als ob wir einen großen Vorsprung hätten. Doch das täuscht.«