Warum Dortmund wieder ein echter Bayern-Verfolger ist

Macht diese Saison doch noch Sinn?

Lange Zeit wirkte die Spielzeit so vorhersehbar wie die nächste Donald-Trump-Peinlichkeit. Jetzt scheint auf einmal wieder alles möglich. Welch Wohltat!

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Vielleicht ist es an der Zeit, Lothar Matthäus und der Fifa zu danken.

Der Weltfußballverband war es, der 1994 beschloss, die Drei-Punkte-Regel einzuführen. Zur Saison 1995/96 wurden auch in der Bundesliga drei Punkte für einen Sieg eingeführt. Und einer der wenigen prominenten Befürworter der umstrittenen Regel war Lothar Matthäus, der klug prophezeite: »Man muss zwangsläufig offensiver werden.«

Erich Ribbeck wäre zufrieden gewesen

Am Mittwoch hat die Drei-Punkte-Regel ihr strahlendstes Lächeln aufgesetzt. Jedenfalls für alle, die es nicht mit dem FC Bayern München halten und auf ein wenig Spannung in der Meisterschaft hoffen. Vor diesem 24. Spieltag thronte der FC Bayern mit 62 Punkten auf Platz 1, der BVB acht Punkte dahinter auf Rang 2. Nur die größten Optimisten und schwer angeschickerte Fans aus Mainz dürften auf einen Auswärtssieg der 05er gegen die zu Hause in dieser Saison bislang ohne Punktverlust gebliebenen Bayern gesetzt haben.

Ein realistisches Szenario wäre dieses gewesen: Bayern gewinnt, Dortmund spielt Unentschieden, zehn Punkte Differenz zwischen beiden Mannschaft vor dem Duell am Samstag. Und Erich Ribbeck, der die Drei-Punkte-Regel 1995 als »Schwachsinn« abgekanzelt hatte, hätte sich selbstzufrieden den Minipli gekrault.