Warum Dortmund in München so vorgeführt wurde

Stöger hat sich verzockt


3. Peter Stöger hat sich mit seiner Aufstellung verzockt

Gegen die Bayern kam hinzu, dass Stöger sich mit seiner Aufstellung verzockt hat. Er ließ ein klassisches 4-2-3-1-System spielen. Mario Götze gab den Zehner hinter Stürmer Michy Batshuayi, Gonzalo Castro und Mahmoud Dahoud bildeten die Doppelsechs. Die Außenstürmer Andre Schürrle und Christian Pulisic agierten recht weit vorne, sollten bei Kontern weit in der gegnerischen Hälfte bereitstehen

Diese Idee ging jedoch nach hinten los: Dortmund fehlte die Verbindung zwischen Abwehr und Angriff, die Mannschaftsteile blieben weit auseinander. Der Doppelsechs gelang es nicht, die Abwehr mit dem Angriff zu verbinden. Schlimmer noch: Dahoud und Castro wirkten im Spiel gegen den Ball nicht abgestimmt, ließen immer wieder Räume offen für James oder Müller. Die Viererkette war in diesem System auf sich allein gestellt, konnte den Dribblings von Robben und Ribery nichts entgegensetzen.

4. Dortmunds Defensive schwächelt
Schon Stögers Vorgänger Bosz hatte Probleme, die passende Viererkette für sein offensives System zu finden. Unter Stöger spielen die Dortmunder merklich defensiver, stehen tiefer. Doch auch er findet keine Abwehrreihe, die fehlerfrei agiert. So wechselt auch Stöger seine Innenverteidiger oft.

Die Innenverteidigung ist aber nicht allein schuld an der wackligen Defensive. Gegen die Bayern fiel auf, wie wenig kompakt die gesamte Mannschaft agierte. Immer wieder standen einzelne Mittelfeldspieler zu hoch, ließen dadurch Lücken im Abwehrverbund offen. Die Rückwärtsbewegung nach Ballverlusten stimmte nicht, was umso mehr schmerzte, als dass Dortmund viele Ballverluste in der eigenen Hälfte verschuldete. Die Balance zwischen Defensive und Offensive passt nicht.

5. Die Dortmunder Probleme liegen tiefer
Nach dem Debakel gab Stöger dem Sender sky ein bemerkenswertes Interview. In seinen zum Teil wirren Aussagen ließ sich hineininterpretieren, dass die Mannschaft den taktischen Plan nicht umgesetzt habe und dass Stöger selbst nicht weiß, wie die Philosophie des BVB aktuell aussehen solle.

»Vielleicht ist es eine gute Situation, mal so eine Klatsche zu bekommen, damit man alle Steine mal umdreht. Welche Rädchen muss man drehen? Und es sind nicht nur Rädchen, sondern Räder, die man angehen muss«, so Stöger. Sätze wie diese zeigen: Hinter der Fassade des BVB schlummern riesige Probleme – Probleme, die sich nicht von heute auf morgen lösen lassen. Probleme, dank denen die Bayern ihrem einstigen Konkurrenten enteilt sind.