Warum Dortmund gegen Bayern kein »Clásico« ist

Nicht einmal zehn Spielzeiten ernsthafte Konkurrenten

Wir reden auch über zwei Vereine, die nach jenem ersten Duell von 1965 fast drei Jahrzehnte lang so gut wie keine Berührungspunkte hatten. Im November 1979 stand der BVB (unter Udo Lattek!) mal kurz vor den Bayern und es kam sogar zu einer Art Spitzenspiel, als der Tabellendritte FCB am 14. Spieltag den Tabellenzweiten BVB empfing. Nach einer halben Stunde stand es 3:0 für die Roten und damit war die Sache gegessen. 

Ansonsten spielten die Bayern Jahr für Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt im Grunde in einer anderen Liga als der BVB. Selbst als Dortmund unter Ottmar Hitzfeld zum Spitzenteam wurde, konnte zunächst noch keine Rede von einer Rivalität sein. Ganz im Gegenteil: Im Juni 1995 bejubelte die Südtribüne frenetisch jedes Tor der Bayern gegen Bremen, weil der BVB nur so zum ersten Mal seit 32 Jahren wieder Meister wurde.    

De Klassieker

Ja, danach gab es dann ein paar sehr hitzige Duelle mit Beißattacken von Oliver Kahn oder Jan Koller im Dortmunder Tor. Doch das war nur ein kurzes Intermezzo, bevor Borussia auf die Pleite zuschlitterte und sich für sechs oder sieben Jahre aus dem Titelrennen verabschiedete, bis Jürgen Klopp seine erste Pressingmaschine durch den TÜV brachte. 

Das heißt also, dass die beiden Vereine in ihren 49 gemeinsamen Bundesligajahren auf nicht einmal zehn Spielzeiten kommen, in denen sie so etwas wie ernsthafte Konkurrenten waren.      

Wie passend also, dass es einen englischsprachigen (!) Wikipedia-Eintrag namens »Der Klassiker« gibt, der gleich in der ersten Zeile warnt: »Not to be confused with De Klassieker.« In der Tat. Das Spiel Dortmund gegen Bayern sollte nicht mit einem echten Klassiker wie Ajax gegen Feyenoord verwechselt werden.