Warum Dimitrij Nazarov so wichtig für Aserbaidschan ist

»Wir können in der Gruppe mithalten«

Zur Weltmeisterschaft 2018 im Nachbarland Russland könnte sich Aserbaidschan tatsächlich noch qualifizieren. Punktgleich mit Nordirland liegt Aserbaidschan nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses nicht auf dem Relegationsrang. »Die bisherigen Spiele haben gezeigt, wir können in der Gruppe mithalten«, sagte Nazarov selbstbewusst. Nach seinen Angaben werden am Sonntag 70.000 Fans im Tofiq-Bahramov-Stadion sein. Dabei ist dort nur Platz für 31.200 Zuschauer.

Es passt zumindest sinnbildlich zur Taktik: Gegen Deutschland gelte es die Räume eng zu machen, phraste Aues Stürmer im Vorfeld rum. Gerade in der Defensive machte die Mannschaft von Robert Prosinecki noch unter Vogts erhebliche Fortschritte. »Ich konnte von ihm profitieren, weil er viel mit der Defensive gearbeitet hat«, erklärte Prosinecki, »aber wir müssen auch ein bisschen nach vorne denken.« Neben Nazarov wurde erstmals auch Frankfurts Renat Dadashov (17) nominiert, der zuvor die Juniorennationalmannschaften des DFB durchlief. Trainer Prosinecki hatte zuvor die fehlende internationale Erfahrung bei seinen Spielern bemängelt. Deshalb würden nun vermehrt Legionäre eingeladen.

Das Größte: Nationalspieler

Unter Prosinecki läuft Nazarov zumeist auf der linken Außenbahn auf, denn auch in Aue ist er flexibel einsetzbar. Zuletzt als Rechtsaußen eingesetzt, kann er auch hinter den Spitzen spielen oder als Mittelstürmer wühlen. In 18 Einsätzen schoss er bisher vier Tore für Aserbaidschan, darunter eins zum 1:4 gegen Italien. Für ihn gelte es sowieso nur zu spielen. »Das ist für mich der Höhepunkt meiner bisherigen Laufbahn«, so der Stürmer, der sich sicher ist: »Nationalspieler zu sein, ist für jeden Fußballer das Größte.«

2012, kurz nach dem Anruf von Berti Vogts, hatte Nazarov noch gesagt: »Ich bin mit 22 ja nicht mehr der Allerjüngste und Realist genug, um zu wissen, dass es in Deutschland nicht mehr reichen wird.« - Immerhin: Am Sonntag wird es für ein Spiel gegen Deutschland reichen.