Warum die Uefa den albanischen Meister für zehn Jahre sperrt

Wie Skenderbeu zu Geld und Erfolg kam

Als Geldgeber des Klubs fungierte unter anderem Ridvan Bode, der ehemalige albanische Finanzminister, der in seiner Amtszeit den albanischen Wettmarkt privatisierte, weshalb Präsident Takaj Verbindungen in sechs albanische Wettspielanbieter nachgewiesen werden konnten. Bode wiederum wird von mehreren Seiten beschuldigt, an Spielmanipulationen zwischen Skenderbeu und seinen Gegnern (deren Eigentümer Bode freundschaftlich kennt) mitgewirkt zu haben.

»Ein Witz«

Die Ermittlungen starteten, als es Skenderbeu wagte, nicht nur Freundschaftsspiele zu verschieben, sondern auch das Champions-League-Qualifikationsspiel gegen Crusaders FC zu manipulieren. Die Albaner, die das Hinspiel mit 4:1 gewonnen hatten, verloren das Rückspiel in letzter Sekunde mit 2:3. Sportlich blieb das ohne Folgen, doch zuvor wurden hunderttausende Euro auf eine überraschende Niederlage gesetzt. »Wenn es hier keine Ermittlungen gibt, läuft etwas falsch. Dreieinhalb Tore waren ein Witz. In den letzten zehn Minuten habe ich noch nie solchen Fußball gesehen«, erklärte Crusaders-Torwart Sean O’Neill. Die Uefa wies anschließend weitere Unregelmäßigkeiten in den Europacup-Spielen gegen Dinamo Zagreb, Sporting Lissabon und Lokomotive Moskau nach.

Als der Verband seine Ermittlungen erweiterte, erhielten die Ermittler Anfang des Jahres zahlreiche Morddrohungen. Uefa-Präsident Aleksander Ceferin stellte sich damals vor seine Mitarbeiter, die Uefa ließe sich von solche Drohungen nicht einschüchtern. Nun ist der albanische Meister für zehn Jahre auf internationalem Parkett gesperrt.

Alles nur Zufall?

Skenderbeus Torwart Orges Shehi reagierte, sagte, er sei beleidigt. Erst kürzlich war er als Spieler zurückgetreten, nun sprang er trotzdem noch einmal für seinen Ex-Klub in die Bresche. Denn der Bericht basiere »nicht auf Beweisen, sondern auf Gerüchten«. Die plötzlichen Niederlagen seien dem Zufall geschuldet: »Der Fußball ist keine exakte Wissenschaft, wir sehen immer schlimmere Fehler.« Warum Shehi sich für seinen Präsidenten und den Klub einsetzt? Auch dafür hat der Bericht eine Erklärung: Der Torwart gilt als Freund des Präsidenten, seit der Torwart 14 Jahre alt ist. Shehi soll 46 Spiele manipuliert haben. Beim 2:4 gegen Silkeborg IF, der ersten aufgedeckten Manipulation, wird ihm sogar eine besonders schlechte Leistung attestiert - sicher nur ein Zufall.

Präsident Takaj rechnete nun vor, dass die Strafe von einer Million Euro seinen Klub an den Rand der Existenz bringen würde. »Das ist nichts weiter als ein Todesurteil für den Klub«, sagte Takaj. Vielleicht findet das der Präsident das aber auch gar nicht so schlimm. Laut dem Bericht der Uefa hat er sich längst einem neuen Ziel verschrieben. Sein Heimatklub, der albanische Traditionsklub KF Tirana, soll endlich wieder groß rauskommen.