Warum die Ticketpreise von Anderlecht Fragen aufwerfen

Costa fast gar nix!

70 bis 100 Euro kostet eine Eintrittskarte für das Champions-League-Spiel der Bayern in Anderlecht. Die Fans protestieren, Teile der Ultras kündigen einen Boykott an. Verstößt das Verhalten von RSC gar gegen UEFA-Richtlinien?

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Wenn der FC Bayern heute in Brüssel beim RSC Anderlecht antritt, wird das Team auf die Unterstützung von großen Teilen der Fans verzichten müssen. Die Ultragruppierung »Schickeria« kündigte an, das Spiel beim amtierenden belgischen Meister zu boykottieren. Weitere Anhänger wollen dem Beispiel folgen. Grund für den Protest: Maßlos überhöhte Ticketpreise.

Dass die Eintrittspreise in den europäischen Ligen in den letzten Jahren nach oben geschnellt sind, ist keine Überraschung. In der Premier League kostet das billigste Ticket im Durchschnitt 40 Euro. Auch in der Bundesliga steigen die Preise seit Jahren an. Es verwundert daher ebenso wenig, dass man als Zuschauer in der Champions League oft noch tiefer in die Tasche greifen muss, um sich eine Partie anschauen zu dürfen. Doch das Spiel zwischen dem RSC Anderlecht und Bayern München hat einen neuen Höhepunkt erreicht. 

Teurer Spaß 

Münchner Auswärtsfahrer haben selten gut Lachen. Durch den Top-Spiel-Aufschlag zahlen die Fans fast immer drauf. Doch durch die diesjährige Gruppenphase in der Königsklasse kommt es noch dicker. Für das Auswärtsspiel bei Celtic Glasgow mussten die Bayern-Fans 60 Euro bezahlen, gegen Paris Saint-Germain waren es sogar 75 Euro. Die anstehende Partie gegen den belgischen Meister kostet sogar noch mehr.

1025 Fanblockkarten wurden dem FC Bayern für seine Auswärtsfahrer zugeteilt. Die Ticketpreise für die Partie waren dabei in zwei Kategorien eingeteilt: 173 Karten gab es für 70 Euro -  der große Rest, 852 Karten, kostete stolze 100 Euro. Ziemlich viel Geld für ein Gruppenspiel der Champions League, bei dem es für die bereits fürs Achtelfinale qualifizierten Bayern, eigentlich um nichts mehr geht.

Darf Anderlecht das überhaupt?

Die Bayern haben auf die hohen Preise bereits reagiert. Der Klub subventionierte die 100-Euro-Karten. In einer Kundeninformation hieß es: »Die Tickets werden für jeweils 70 Euro verkauft.« So gutgemeint das Entgegenkommen des Vereins auch ist, 70 Euro sind immer noch eine Stange Geld für ein Spiel gegen Anderlecht. Zumal Karten für den Heimbereich für 47 Euro von Dauerkarteninhabern zu erwerben waren. Doch dürfen die Belgier für ein Gruppenspiel von Auswärtsfans eigentlich so viel verlangen?