Warum die Regionalligisten ein Terminproblem haben

Keine Testspiele mehr, bitte!

Vor exakt dem gleichen Problem steht der VfB Oldenburg. Seit November gilt spielfrei. »Das hat uns das Genick gebrochen. Vor Weihnachten hat es hier so geregnet, da hab ich gesagt: Lasst uns lieber eine Arche bauen, statt zu trainieren. Das hilft uns später mehr«, sagt Trainer Stephan Ehlers. Nur im Januar konnte seine Elf ein Pflichtspiel absolvieren, aber der Coach erinnert sich: »Das Spiel gegen Lüneburg war ja auch eine einzige Schlammschlacht.«

Das Wasser fliest nicht ab

Natürlich, gegen die höheren Mächte sei man machtlos, auch weil in den Regionalligen eine Rasenheizung keine Pflicht ist. Und selbst die wäre bei den derzeitigen Witterungsbedingungen - die zahlreichen Ausfälle in der 3. Liga zeigen es - überfordert. In Oldenburg kommt hinzu, dass das Marschweg-Stadion auf einer ehemaligen Müllhalde gebaut wurde. Es fehlt an Drainagen, um das Wasser ablaufen zu lassen, und nur wenige Zentimeter unter dem Rasen liegt ein undurchdringlicher Betonboden. »Wasser fliest bei uns eigentlich nicht ab«, sagt Ehlers.

Und so fühlten sich Ehlers und seine Jungs in den letzten Wochen wie Bill Murray in »Täglich grüßt das Murmeltier«, wartend auf den Wetterumschwung. »Wir haben uns auf jedes Spiel gewissenhaft vorbereitet, dann wurde es abgesagt. Das war ein sich ständig wiederholender Spannungsabfall«, sagt Ehlers, »wenn ich meiner Mannschaft mit noch einem Testspiel komme, drehen die ersten durch.«

Spiel, Regeneration, Spiel

Für den VfB Oldenburg bedeuten die vielen Ausfälle aber auch eine nahezu unmenschliche Belastung in den kommenden Wochen. Genauer: 7. März, 11. März, 14. März, 18. März, 25. März, 31. März, 2. April, 8. April, 11. April, 14. April, 18. April, 22. April, 25. April, 29. April, 1. Mai, 6. Mai, 9. Mai, 12. Mai - 18 Spiele in drei Monaten. Ehlers sagt: »Sobald gespielt werden kann, werden wir auch nichts anderes mehr machen. Spiel, Regeneration, Spiel.«

Auch in der Regionalliga West klagen die Vereine über zahlreiche Absagen. 36 Nachholspiele stehen auf dem Programm. Die im September angesetzte Partie zwischen dem SC Verl und Borussia Dortmund U23 wurde bereits sechs Mal abgesagt. Staffelleiter Reinhold Spohn blieb gegenüber dem RevierSport aber cool: »Im Kalender sind noch einige Termine frei«.

Verlängerung der Saison?

Im Norden fielen bisher 60 Partien aus. Auch dort haben die Verantwortlichen nach eigener Aussage noch keinen Angstschweiß auf der Stirn. Aber: Neben Oldenburg haben auch Flensburg, Hildesheim und Lüneburg kein Flutlicht. Nachholspiele sind unter der Woche und Abends vorerst also nicht möglich.

VfB-Coach Stephan Ehlers fürchtet allein, dass er im Fall einer Negativspirale nicht eingreifen könnte. »Um etwas einzustudieren, wird uns die Zeit fehlen.« Er hofft, dass der Verband die Saison vielleicht um ein oder zwei Wochen verlängert, sodass belanglose Punktspiele ohne Auf- oder Abstiegskandidaten auszutragen wären. Eins ist jetzt schon klar: »Wenn die Saison vorbei ist, werden wir keinen Fußball mehr sehen können.«