Warum die Regionalligen verändert werden müssen

»Die Lösung, die am nächsten dran ist«

Der Masterplan vieler Kritiker des bestehenden Relegationssystems: vier Regionalligen mit vier Meistern, die allesamt aufsteigen. Nötigenfalls indem die 3. Liga und alle Regionalligen auf jeweils 20 Vereine aufgestockt würden. Davon spricht auch der Fan und Aktivist Martin Mielchen im Interview, der mit seiner Petition zur Abschaffung der Aufstiegsrelegation 17.070 Unterschriften sammelte und beim DFB abgab: »Das einfachste wäre eine viergleisige Regionalliga, aus denen die jeweiligen Meister aufsteigen. Dementsprechend gäbe es in der dritten Liga vier Absteiger, was bei 20 Mannschaften vertretbar wäre. Stockt man die Regionalligen ebenfalls auf 20 Vereine auf, blieben immer noch 80 von den aktuell 91 übrig.«

Ginge es nach dem bayrischen Landesverband, würden die Staffeln im Südwesten und in Bayern bestehen bleiben. Aus der Staffel Nord, Nordost und West würden zwei Staffeln gebildet werden. 14 Vereine aus diesen Ligen würden dann in die Oberligen zwangsabsteigen - ziemlich bitter! Ein Geschacher um die Aufteilung wäre zu erwarten.

Keine Ideallösung

Benjamin Schaller, Redakteur des Portals Liga3-online.de, hat deshalb einen Kompromiss ausgearbeitet. Eine Staffel Nord, bestehend aus den Vereinen der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein. Eine Staffel West aus den Verbänden Mittelrhein, Niederrhein, Rheinland und Westfalen. Einem Staffel Südwest aus Baden, Hessen, Saarland, Südbaden, Südwest, Württemberg. Und die Staffel Bayern, die künftig mit den Vereinen aus Sachsen und Thüringen antreten würde. Ist das die Ideallösung?

»Nein«, sagt Schaller - ausgerechnet, »aber es ist die Lösung, die am nächsten dran ist.« Er hatte verschiedene Muster aufgezeichnet und sich vor allem an den Mitgliederzahlen der Verbänden orientiert, was dem DFB besonders wichtig ist und weshalb der Südwesten zurzeit noch zwei Mannschaften in die Relegation schickt. Das Positive an Schallers Idee: Jede Staffel könnte einen sicheren Aufstiegsplatz gewähren, wenn die 3. Liga um einen Absteiger erweitern würde. Die Durchlässigkeit zwischen den Ligen würde sich erhöhen, der Flaschenhals zum Profifußball vergrößern.

Ob Neustrelitz oder Illertissen - ganz egal

Problematisch blieben allein die hohen Anfahrtswege. Im Norden müsste der VfB Oldenburg künftig ins 530 Kilometer entfernte Cottbus fahren. Und Thüringen und Sachsen, Metropolenregionen des Ostfußballs, würden künftig nach Bayern fahren. »Aber mal ernsthaft«, sagt Schaller »die meisten Derbys bleiben erhalten. Und ob du einmal im Jahr nach Neustrelitz oder Illertissen fährst, ist dann auch egal.«

Ihm ist nur eins wichtig: Meister müssen wieder aufsteigen.