Warum die Regionalligen möglicherweise nicht reformiert werden

Schicksalsstunden

In Frankfurt entscheidet sich die Zukunft der Regionalligen und des Amateurfußballs – oder doch nicht? Hinter den Kulissen tobt ein Machtkampf.

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Nein, zufällig geschieht beim Deutschen Fußball-Bund nichts. Am heutigen Freitag soll über die dringend notwendige Reform der Regionalligen abgestimmt werden. Zur Auswahl stehen mindestens fünf unterschiedliche Modelle, damit die unfairen Relegationsdramen endlich abgeschafft werden – oder zumindest für manche Vereine nicht mehr gelten. Und deshalb ist Präsident Reinhard Grindel in den vergangenen Wochen übers Land gezogen, um mit Landesfürsten zu diskutieren und zu werben. Doch auf den letzten Metern droht das Projekt scheitern.

Ein Abend in Frankfurt

Was sich genau am Vorabend des DFB-Bundestags im Frankfurter Hotel Villa Kennedy, wo sich die Granden des deutschen Fußballs treffen, abspielt, vermag niemand genau zu sagen. Doch spätestens in der Nacht wird klar, dass das Vorhaben »Regionalliga Reform« möglicherweise zurückgestellt wird. Der DFB, die Regional- und Landesverbände und die Vereine finden keinen gemeinsamen Nenner. Es tobt ein Machtkampf. Und genau das will der alles kontrollierende DFB um jeden Preis verhindern.

Jetzt hat der DFB ein möglicherweise letztes Angebot gemacht.

Sechs Anträge liegen dem Deutschen Fußball-Bund und den Vertretern der Landesverbände vor. Meister müssen aufsteigen, lautet das hehre Ziel. Doch eigentlich geht es um etwas ganz Anderes. Denn um alle Regionalligameister aufsteigen zu lassen, müssten die fünf Regionalverbände in ihren Zuständigkeiten beschnitten werden. Jene Verbände, deren Abgesandte über die Zukunft der höchsten deutschen Amateurspielklasse abstimmen sollen.

Wer gibt seine Macht ab?

Das Problem: Die Drittligisten waren nur bereit einen und somit vierten Abstiegsplatz der Verhandlungsmasse beizusteuern. Deshalb müssten aus fünf Regionalligen vier Staffeln gemacht werden. Denkbar wäre die Auflösung der Regionalliga Bayern, deren Vorsitzender Rainer Koch zugleich DFB-Vize ist, oder der Regionalliga Nordost. Die Landesverbände Thüringen und Sachsen könnten sich mit Bayern zusammenschließen, während die übrigen Ostverbände in einer Regionalliga Nord übergehen. Doch das scheint nicht realistisch.