Warum die Partie BVB gegen Leverkusen auf Kreisklassenniveau stattfand

Ein Festival der Unschicklichkeiten

Rennen, grätschen, bolzen: Der klassische Kreisklassen-Dreiklang bestimmte das Spitzenspiel Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen. Wie konnte das passieren?

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Fußball kann so ungerecht sein. Am Wochenende gab es so manche Spitzenleistung zu bestaunen: Bayern München stellte gegen Darmstadts B-Elf einen neuen Saisonrekord für die meisten Torschüsse auf. Der VfB Stuttgart zeigt beim 1:1 gegen Schalke 04 eine leidenschaftliche Aufholjagd. Und die Hoffenheimer, von Sky das ganze Wochenende als »The Walking Dead« beworben, stehen mit einem berauschenden 3:2-Sieg über Mainz wieder von den Toten auf.

Doch diskutiert wird am Montag danach nur über die Partie Borussia Dortmund gegen Bayer Leverkusen. Die Ironie: Das Spiel war nur wirklich interessant, wenn der Ball nicht rollte.

Vor lauter Pressing den Fußball vergessen

Aber der Reihe nach: Die Zeichen bei Borussia Dortmund gegen Bayer Leverkusen standen auf Spitzenspiel. Mit Thomas Tuchel und Roger Schmidt trafen zwei Taktikfüchse aufeinander, ihre Teams zeigten diese Saison schönen Offensivfußball. Zu sehen war davon jedoch wenig.


Das Pressing war das dominierende Stilmittel beider Mannschaften. Roger Schmidts Mannschaft lief wie immer in einem 4-4-2 auf. Die beiden Stürmer und die Außenstürmer gingen früh drauf, das Mittelfeld und die Außenverteidiger rückten konsequent nach. Sie attackierten besonders Mats Hummels, den Spielmacher unter den Innenverteidigern. Er sollte nicht ins Spiel finden.

Der BVB wiederum begann in einer Mischung aus 4-3-3 und 4-2-3-1. Ihr Pressing war nicht ganz so aggressiv, dafür eine Spur variabler. Dortmund reagierte flexibel auf das Aufbauspiel der Leverkusener, störte mal mit zwei, mal mit drei, mal mit vier Spielern.

Thomas Tuchel schraubt

Beide Mannschaften hatten Probleme mit dem Pressing des Gegners. Dortmund merkte man lange Zeit an, dass Tuchel die Mannschaft auf vielen Positionen veränderte. Im Mittelfeld spielten mit Sven Bender und Matthias Ginter gleich zwei Sechser, die ihre Stärken eher in der Defensive haben. Somit konterte man im Mittelfeld Leverkusens Körperlichkeit. Spielerische Impulse gab es aus der Schaltzentrale keine.