Warum die Nations League für Joachim Löw überlebenswichtig ist

Wie Toni Kroos den Bundestrainer verteidigt

Der Bundestrainer wirkt ebenfalls nicht besonders verändert. Beim öffentlichen Training daddelte er wie gewohnt ein bisschen mit den Bällen herum, er winkte kurz ins Publikum und gab während der Einheit den stillen Beobachter. »Im Hotel ist es ganz normal wie vorher auch, wenn man sich mal über den Weg läuft«, berichtete Nationalspieler Jonas Hector über seine Eindrücke vom Bundestrainer. Der Verteidiger vom 1. FC Köln ist gerade zum ersten Mal seit der Weltmeisterschaft wieder bei der Nationalmannschaft. »Es ist eigentlich alles sehr entspannt«, sagte er.

Ist es das wirklich? In den nächsten Tagen stehen zwei Spiele in der Nations League an, die wohl den Ton der nächsten Wochen vorgeben werden: am Samstag in Amsterdam gegen Holland, am Dienstag in St. Denis gegen Weltmeister Frankreich. Im schlimmsten Fall droht der Abstieg aus der Ersten Liga. »Natürlich streben wir an, beide Spiele zu gewinnen«, sagt Toni Kroos. »Wir sind ja jetzt auch keine Gurkentruppe.«

Kroos verteidigt den Bundestrainer

Kroos, einer der Führungsspieler, hat den Bundestrainer auch gegen die Aussagen des früheren Kapitäns Michael Ballack verteidigt, der in einem Interview mit der Deutschen Welle sein Unverständnis darüber kundgetan hat, dass Löw immer noch im Amt ist. »Irgendwann muss man sich doch eingestehen, dass die Dinge nicht mehr funktionieren, wenn jemand so lange mit einer Mannschaft zusammenarbeitet wie er«, hat Ballack gesagt.

Kroos, Nationalspieler seit 2010 und zuletzt mit seinem Klub Real Madrid dreimal hintereinander Champions-League-Sieger, kontert: »Das ist eine Wortmeldung mehr.« Dann erzählt er von der WM und der kritischen Phase nach der Auftaktniederlage gegen Mexiko. Löw habe Ansprachen gehalten, »so gut waren die noch nie«. Neue Reize könnten auch vom alten Trainer kommen, »wenn er sich hinterfragt. Und das hat er getan«, sagt Kroos. »Ich bin überzeugt, dass wir auch jetzt wieder die Kurve kriegen.«