Warum die Liga dem US-Wahlkampf ähnelt

Die Hillary der Bundesliga

Was ist wichtiger: Ideale oder Spannung? Die Bundesliga steht vor einer Zerreißprobe. 

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Morgens, halb zehn in Deutschland: 11FREUNDE-Redaktions-Frühstückchen für die Köpfe. Der Montagskommentar steht an. Aber wozu Stellung beziehen? Was einordnen, anmerken, hervorheben? 

Was ist mit der Entlassung von Markus Kauczinski beim FC Ingolstadt? Was ist mit dem schwächelnden Mittelstand, mit Borussia Mönchengladbach oder Mainz 05? Vor allem aber: Was ist mit der derzeitigen Tabellensituation?! Der »Verein« aus der Messestadt auf Platz zwei, sein geistiger Bruder aus Hoffenheim direkt dahinter.

Obsoletes Totschlag-Argument?

Aber spielen sie nicht ganz wunderbaren Fußball? Und ist das Totschlag-Argument, das von der widernatürlichen, finanziellen Einflussnahme von außen, nicht zumindest teilweise obsolet geworden? Schließlich erzielte zumindest Hoffenheim in den vergangenen zwei Jahren Transferüberschüsse, unterhält einen Lizenzspieler-Etat, dessen Höhe lediglich im Bundesliga-Mittelmaß angesiedelt ist.

Ein Etat, der Spieler entlohnt, die zumindest vor der Saison nicht gerade für feuchte Träume ausgemacht waren. Denn Kevin Vogt, Sandro Wagner oder Kerem Demirbay sind nun beileibe keine Spieler, die sich nicht auch andere Vereine hätten leisten können. Nur scheint Julian Nagelsmann aus ihnen zu machen, was jeder gute Trainer aus der Summe seiner Spieler macht — ein besseres Ganzes.

Gegen alles, was den Fußball ausmacht

Müssen wir jetzt also für die TSG 1899 Hoffenheim oder RasenBall Leipzig halten, damit das »mia san mia« des FC Bayern München nicht bald schon als Synonym für die gesamte Bundesliga herhalten muss? 

Eine vermeintliche Gretchenfrage, die erstaunliche Parallelen aufweist — zum Wahlkampf in den USA. Dort geht es schließlich längst nur noch darum, dass möglichst das kleinere Übel gewinnt. 

Morgens, halb zehn in Deutschland: Daumen drücken für den FC Bayern München, die Hillary Clinton der Bundesliga. 

Denn es kann nicht sein, was nicht sein darf. So gut die Arbeit ist, die der zu allem Überfluss auch noch bumssympathische Julian Nagelsmann oder sein Pendant, Ralph Hasenhüttl, abliefern: Die Blätter des Erfolgs entwachsen noch immer einer üblen Wurzel, die gegen alles steht, was den Fußball ausmacht. 

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