Warum die Fanszenen den Dialog mit dem DFB aufgekündigt haben

Warum sich DFB und DFL Sorgen machen sollten

Anstoß zur Verweigerung der Szenen an einer weiteren Zusammenarbeit war dann aber wohl die Ankündigung seitens des DFB, in der 3. Liga fortan Montagsspiele einzuführen. Tage zuvor sei davon bei einem gemeinsamen Gespräch keine Rede gewesen. Diese neue Entwicklung scheinen die Fans zum Anlass genommen zu haben, um nun erneut zu protestieren. Zudem kritisieren sie, dass mit der Pilotphase für eine einheitliche Behandlung von Fanutensilien ein »Papiertiger« geschaffen worden sei, der keine Ergebnisse vorzuweisen hätte. Weitere Kritikpunkte: Der neue Strafenkatalog durch den DFB, 50+1, die Neuregelung der Regionalligen, die nunmehr »einem Glücksspiel« gleiche, die mangelnde Aufklärung zur Vergabe der WM 2006.

»Ihr von uns hören!«

Schon wieder die Aufkündigung einer Zusammenarbeit, wie zuletzt im Jahr 2015. Schon wieder Protest. Schon wieder Zaunfahnen und schon wieder erzwungene Spielunterbrechungen. Hatten wir alles schon, bringt das denn noch was?, könnte man fragen. Doch mit dem Positionspapier haben die Fans abermals aufgezeigt, dass sie an der Sache interessiert sind. Dritte Liga, Regionalligaaufstieg, die Beibehaltung des 50+1-Modells. Das sind keine Themen randalierender Banden, das sind Themen von Fußballfans, denen der Sport, ihr Sport, am Herzen liegt. Und es sind Themen, deren Verantwortung der DFB nicht auf alte Führungskräfte schieben kann, weil sie gerade erst verhandelt wurden.

DFB und DFL drückten in ihren Reaktionen zwar ihr Bedauern aus und verwiesen auf das bisher Erreichte. Doch vor allem dürften die Verbände aufgeschreckt worden sein. »Ihr werdet auch in dieser Saison von uns hören!«, versprachen die Fans in ihrer Stellungnahme. Fans des FC Bayern, Fans aus Leverkusen, Nürnberg, Fürth, Rostock und vielen weiteren Städten protestierten. Aus der ersten, zweiten und dritten Liga. Im landesweiten DFB-Pokal, was allein zeigt, wie viele Gegner der DFB mittlerweile gegen sich zählt.

Im Fokus

Ein Jahr hatten die Verbände die Fanszenen weitestgehend im Griff. Nun ist der Protest zurück. Noch fokussierter auf die Problematiken des modernen Fußballs. Nicht auszuschließen, dass sich bald auch Fans aus Drochtersen gegen den DFB wenden.