Warum die Absage ans Holstein-Stadion so unfair ist

Warum die Schuld nicht bei Kiel liegt

Auf natürliches Wachstum hat man in Kiel gesetzt beim Stadionbau. Nach der notwendigen Renovierung 2006, bis dahin glich das Stadion einem besseren Dorfsportplatz, werkelte der Verein im Zwei-Jahres-Rhythmus am Gebäude. Stahlrohrtribünen, Rasenheizung, Sicherheitsmaßnahmen, Brandschutz. Jetzt baut der Verein an einer neuen Osttribüne bis 2019, die zweistöckig und mit Glasdach wie ein überdimensioniertes Einkaufszentrum in der Provinz wirkt. Dass sich Holstein Kiel nach allen Kräften bemüht, ist nicht abzustreiten.

Der DFL geht das aber alles nicht schnell genug. Ob nun in Hamburg, Rostock, notfalls auch irgendwo in Bayern - Hauptsache, die Kieler spielen nicht im 10.000-Zuschauer-Stadion. Wohlgemerkt erfüllt das Holstein-Stadion alle Sicherheitsaspekte und hat erst vor einem Jahr für besseres Flutlicht, bessere Bedingungen für Medienvertreter und neue Umkleidekabinen gesorgt.

Die Liga greift durch!

Was für ein Signal an eine Mannschaft, die aus eigener Kraft in zwei Jahren zweimal aufsteigen könnte und in einer Woche vor den zwei wichtigsten Spielen der Vereinsgeschichte steht. Was für ein Signal an Vereine, die den gleichen Weg gehen wollen.

Wenn Klubs mit fragwürdiger Struktur, die wie Werbetonnen für Investoren durch die Republik reisen, in die Bundesliga drängen, winkt die DFL freundlich durch. Wenn Vereine aufsteigen und an 50+1 rütteln, lässt der Verband mit sich diskutieren. Wenn aber ein Aufsteiger mit ehrlichem Fußball aufsteigt und damit den Zuschauerschnitt der Premiumliga tief nach unten ziehen würde - dann greift die Liga knallhart durch.