Warum der Zeitpunkt der Kündigung eigentlich niemanden überraschen sollte

Beim nächsten Trainer muss Heidel richtig liegen

Hinterfragt, so hat es den Anschein, hat dann nicht nur der Trainer, sondern auch der Manager. Und er kam zu dem Schluss, dass Weinzierl Schalke nicht entscheidend weitergebracht hat. Es klang vor einem Jahr nach einer guten Idee, den Mann zu verpflichten, der in Augsburg sehr erfolgreich gearbeitet hatte. Dass Schalke dann aber spielt wie Augsburg, dürfte wohl kaum der Plan gewesen sein.

Obwohl das Resultat am Ende dasselbe war, nämlich die Entlassung eines Trainers, haben sie beim FC Schalke das getan, was man beim Nachbar aus Dortmund nur vorgab – nach dem Saisonende ergebnisoffen diskutiert und analysiert. Da dürfte dann nicht nur das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft zum Thema geworden sein, sondern auch ein besorgniserregender Saisonverlauf.

Beim nächsten Trainer muss Heidel richtig liegen

Denn dass eine gut besetzte und namhaft verstärkte Mannschaft den Start völlig verpatzt, um dann langsam in Fahrt und in Form zu kommen, ist nicht völlig ungewöhnlich. Dass sie dann aber wieder einbricht und im April und Mai – man denke an die Partien in Darmstadt, Freiburg oder Ingolstadt – wieder ebenso konfus wirkt wie im August und September, das ist bedenklich.

Man kann also beklagen, dass bei Schalke die Unruhe wieder eingezogen ist. Man kann aber auch begrüßen, dass der Manager seinen Job mit Bedacht und Überlegung getan hat. Was nichts daran ändert, dass Christian Heidel beim nächsten Trainer richtig liegen muss. Sonst meldet sich am Ende wieder der Großschlachter zu Wort, der früher immer nur »Schalke-Boss« genannt wurde und heute bloß der »Aufsichtsratsvorsitzende« ist. Und erst dann wird es richtig unruhig.