Warum der Zeitpunkt der Kündigung eigentlich niemanden überraschen sollte

Endlich Ruhe

Das bevorstehende Aus von Markus Weinzierl lässt das Bild vom Chaos-Klub Schalke 04 wieder aufleben. Dabei hat Christian Heidel im Gegensatz zu anderen Managern einfach seinen Job gemacht. 

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Zu Weihnachten schien es, als würden wir auf eine Rekordsaison zusteuern. Noch bevor die vierte Kerze brannte, waren sieben Trainer entlassen worden. Das hatte es in der Bundesliga zuvor noch nicht gegeben. Doch in der Winterpause müssen die Vereinsbosse ihre Fallbeile verlegt haben, schließlich erwischte es in den ersten vier Monaten des neuen Jahres nur zwei weitere Trainer, Valérien Ismaël und Roger Schmidt.

Aber noch ist ja Zeit. Schließlich dauert die Saison offiziell noch bis zum 30. Juni – und es scheint gerade in Mode zu kommen, am Trainer trotz durchaus vorhandener Bedenken festzuhalten und ihn erst dann zu feuern, wenn die Öffentlichkeit es am wenigsten erwartet. Wenn er zum Beispiel, wie Thomas Tuchel, einen Pokal gewonnen hat. Oder wenn er, wie Martin Schmidt in Mainz und nun auch Markus Weinziel beim FC Schalke, das Schlimmste doch schon überstanden hatte.

Hat Heidel vielleicht einfach seinen Job gemacht?

Reflexartig schlägt man die Hände über dem Kopf zusammen und fragt sich, was das nun wieder soll. War Schalkes Manager Christian Heidel nicht angetreten, um endlich Ruhe in den Verein zu bringen? Und hatte er das nicht sogar schneller geschafft, als von allen erwartet? Denn wer hätte gedacht, dass jemals ein Schalke-Trainer die ersten fünf Punktspiele in Folge verliert und trotzdem im Amt bleiben darf? Und nun, drei Wochen nach dem letzten Spieltag, präsentiert sich Königsblau wieder als Chaos-Klub und verfällt in alte Muster.

Oder vielleicht auch nicht. Vielleicht hat Christian Heidel einfach nur das gemacht, von dem alle reden, ohne es dann in aller Konsequenz auch wirklich zu tun: die Saison analysieren.

Am Tag vor dem letzten Ligaspiel zitierten die Kollegen von »Der Westen« Markus Weinzierl mit diesen Worten: »Wir haben jetzt die Erkenntnisse der Saison und müssen diese natürlich verwerten. Wir wissen jetzt: Wer identifiziert sich mit Schalke? Wer hat das Herz am rechten Fleck? Wer bringt Schalke weiter? Das sind Erkenntnisse aus 50 Spielen. Da müssen wir alles genau hinterfragen.«