Warum der VfL Wolfsburg wirklich in der Krise steckt

Der Bendtner-Effekt

Seit dem Weggang von Nicklas Bendtner ist der VfL Wolfsburg in der Bundesliga zweimal auf Rang 16 gelandet. Kann das Zufall sein? Ja. Nein. Vielleicht.

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Als Nicklas Bendtner im April 2016 vom VfL Wolfsburg suspendiert wurde, bezeichnete der damalige VfL-Manager Klaus Allofs den Dänen als »Gefahr für unsere Gemeinschaft«. So als wäre Bendtner persönlich fürs Bienensterben verantwortlich oder drittstärkste Kraft im deutschen Bundestag.

Dabei ist der letztjährige Torschützenkönig der norwegischen Eliteserien (die Betonung liegt auf »Elite«) der am meisten missverstandene Mitarbeiter in der Wolfsburger Konzerngeschichte. Erst jetzt zeigt sich, wie wichtig seine revolutionäre Interpretation des überbezahlten Ersatzspielers mit mieser Torquote für den VfL Wolfsburg gewesen ist.

Messias im Wolfsburg-Trikot

Bendtner ist nämlich nicht Mercedes gefahren, um den Volkswagen-Chefs an die Radkappe des Software-manipulierten VW Phaetons zu pinkeln. Oder ständig zu spät zum Training gekommen, um rauszufinden, wie böse Dieter Hecking wirklich gucken kann.

Nein, der Däne hatte hehre Ziele. Bendtner hat alle Schuld auf sich genommen, damit die anderen in Frieden leben bzw. Fußball spielen können. Wir wollen Nicklas Bendtner jetzt nicht mit Jesus vergleichen, aber, naja.

Erfolgsgarantie Bendtner

Nur Dank Bendtners Eskapaden konnte der VfL Wolfsburg im schützenden Schatten dieses 1,93-Wohltäters Vizemeister und DFB-Pokalsieger werden. Bendtner war es, der den VfL per Last-Minute-Ausgleich und Elfmetertor 2015 zum Supercup-Sieg gegen die Bayern geschossen hat.

Der dänische Stürmer ist übrigens der letzte Spieler, der Manuel Neuer in einem Supercup-Finale überwinden konnte. Skeptiker würden anmerken, dass Neuer seitdem nur noch ein Supercup-Finale gespielt hat. Aber kann es Zufall sein, dass der VfL Wolfsburg nach Bendtners Weggang zweimal hintereinander in der Relegation gelandet ist?