Warum der Transfer-Hick-Hack um Anthony Modeste weitergeht

Bittere Pille

Anthony Modeste schwitzt im Trainingslager des 1. FC Köln. Doch ob der Neuzugang auch spielen darf, ist fraglich. Der Grund: Ein vierjähriges Mädchen aus der inneren Mongolei. Häh?

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Die Hoffnung stirbt zuletzt? Wahrscheinlich starb sie für Zhou Erli, als auch seiner Tochter niemand mehr helfen konnte. 2014 waren der Farmer aus der Inneren Mongolei und das vierjährige Kind in ein Kinderkrankenhaus von Peking gelangt. Zhou Yang klagte über Schmerzen im Verdauungstrakt. Die Diagnose: Krebs. Doch die notwendige Chemotherapie blieb ohne Erfolg. Und so lernte ihr Vater einen Vertreter der Quanjian Group kennen.

Weitreichende Verbindung

Der Name der Quanjian Group dürfte auch auf den ersten Gehaltsabrechnungen von Anthony Modeste gestanden haben. Schließlich gehörte dem Pharmaunternehmen bis vor kurzem der chinesische Fußballklub Tianjin Quanjian. Dorthin hatte es Kölns Stürmer Modeste vor eineinhalb Jahren für eine Fabelsumme von etwa 30 Millionen Euro gezogen. Nun ist der Stürmer zurück im Rheinland. Weil Tianjin Quanjian seine Gehälter über Monate nicht ausbezahlt haben soll, sahen sich Modeste und seine Berater im Recht, und wechselten zurück zum Geißbockheim.

Feierlich stellten im November die Vereinsverantwortlichen den verlorenen Sohn seinen Fans vor, sprachen von einem Fünfjahresvertrag, warnten aber auch, dass der Wechsel noch »gar nicht durch« sei. Denn ob der eigenhändige Wechsel juristisch einwandfrei wäre, müsse sich noch herausstellen. Aber vielleicht würden die Chinesen ja gar keine Ansprüche stellen. Schließlich hatte doch Ex-Bundeskanzlerkandidat Martin Schulz persönlich mit dem chinesischen Besitzer gesprochen und ihn davon überzeugt, dass Modeste »in Köln besser aufgehoben ist als in China«. Doch die Lage ist spätesten seit Jahreswechsel wesentlich komplizierter geworden.

18 Festnahmen

Denn in den vergangenen Tagen schnappten in Tianjin 18 Mal die Handschellen zu. Die Polizei nahm nicht nur Klubbesitzer und Unternehmenschef Shu Yuhui fest, sondern auch eine Reihe seiner Top-Manager.