Warum der Neymar-Transfer so absurd ist

Der 800-Millionen-Euro-Mann

Von wegen 222 Millionen Euro: Neymars Wechsel zu PSG wird knapp 800 Millionen Euro kosten. Möglich macht das ein windiger Deal mit Katar. Aber will der Spieler überhaupt weg?

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Die historische Bedeutung seines Souvenirs trieb Sergio Ramos die Schadenfreude ins Gesicht.  »Ich hoffe, das ist das letzte Trikot, das er für Barça getragen hat«, sagte der Kapitän von Real Madrid nachdem er mit Barcelonas Neymar Leibchen getauscht hatte. Die Szene ereignete sich im Anschluss an Barças 3:2-Sieg gegen Real am Sonnabend. Ein Clasico, ausgetragen in Miami für die lateinamerikanischen Fans, sportlich wertlos, ein Showspiel und doch wird es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit seinen Platz in der Geschichte finden als das letzte Spiel von Neymar im Trikot des FC Barcelona. Der Brasilianer wird den Klub verlassen und zu Paris St. Germain wechseln. Für die festgeschriebene Ablösesumme von 222 Millionen Euro. Weltrekord, natürlich. 

Die alte Bestmarke, aufgestellt von Paul Pogba vor einem Jahr, diese 105 Millionen Euro, wirken dagegen wie aus einer anderen Zeit. Neymars Wechsel soll in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden. Von der Nordamerikatour kehrte er am Sonntag schon nicht mehr mit der Mannschaft zurück nach Barcelona. Offiziell weilte er zu Sponsorenterminen in China. Das stimmte tatsächlich, nur flog er nach Informationen brasilianischer Medien anschließend per Privatjet direkt weiter nach Katar, um dort mit Qatar Sports Investment einen Sponsorendeal über 300 Millionen Euro abzuschließen.

Insgesamt wird der Wechsel 800 Millionen Euro kosten


Im Gegenzug wird Neymar offizieller Botschafter der WM 2022. Das ist aber nur Vorwand. Die Qatar Sports Investment gehört jener Investorengruppe an, die die Geschicke bei Paris St. Germain lenkt. Durch den Deal soll Neymar in der Lage sein, die vertraglich festgelegte Ausstiegsklausel selbst zu bezahlen. Rein formal müssen Spieler in Spanien dafür selbst aufkommen. So will es der Ligaverband. Bleibt immer noch ein nettes Handgeld von 78 Millionen Euro. 

Überhaupt die Zahlen. Insgesamt wird der Wechsel Paris um die 800 Millionen Euro kosten. Auf die 222 Millionen kommt noch die Mehrwertsteuer, macht 268 Millionen. Kolportiert wird ein Jahresgehalt von 30 Millionen netto, was für den Klub rund 90 Millionen macht, das französische Vereine den Spitzensteuersatz von 69 Prozent zahlen müssen. Das Ganze mal fünf, so lange soll der Vertrag laufen, macht dann plus Ablöse 718 Millionen. Da fehlt aber noch das Handgeld für Neymars Vater, der als sein Berater fungiert sowie der Wert eines Spielers, den Barcelona im Gegenzug erhalten möchte. Ganz oben auf der Wunschliste steht Marco Verratti, aber das dürfte schwierig werden. Andere Kandidaten sollen laut „Mundo Deportivo“ Adrien Rabiot, Angel di Maria und auch Julian Draxler sein. Dass Paris im Zuge des Financial Fair Play Spieler abgeben muss, ist unumgänglich. Und selbst dann dürfte es nahezu unmöglich sein, die Auflagen der Uefa zu erfüllen.

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