Warum der neue 3.-Liga-Sponsor für Frust bei den Vereinen sorgt

Zwischen Wunsch und Erdbeerhof

»Die 3. Liga ist eine Solidaritätsliga. Bisher hat jeder Verein, egal wie er sportlich abgeschnitten hat, immer die gleichen Summen bekommen. Zum Beispiel aus TV-Töpfen«, erinnert Marien. Jetzt werde dieses Prinzip ausgehebelt. In Meppen rechnet man mit einer knappen sechsstelligen Summe. In Rostock, wo viele Plätze bereits durch sunmaker belegt sind, nicht.

»Wir haben überhaupt nichts gegen die Aufsteiger, sondern freuen uns auf jeden neuen Verein«, stellt Marien klar, »aber dass die neuen Vereine in der Liga in ihrer ersten Spielzeit voll profitieren, während Vereine, die in den vergangenen Jahren den Wert der Liga gepuscht haben, nicht vollumfänglich finanziell partizipieren, kann nicht im Sinne der 3. Liga sein.«

Maul und der SV Meppen überlegen, ob bwin als Ärmelsponsor auftreten könnte. In Rostock ist diese Fläche bereits an Karls Erdbeerhof verkauft.

Dritte Liga? Alle wollen raus!

Und auch mit der ausgehandelten Summe durch den DFB ist Marien nicht zufrieden: »Aus unserer Sicht ist die Partnerschaft unter Wert verkauft worden. Wir sind überzeugt davon, dass man für die Liga deutlich bessere Konditionen hätte aushandeln können.«. Der Wert der 3. Liga wird tatsächlich unterschiedlich eingeschätzt. Vertreter des DFB sollen den Vereinen am Rande der Tagung klargemacht haben, dass es Sponsoren genauso wie den Vereinen ginge: Jeder wolle so schnell wie möglich raus aus der 3. Liga.

Peter Frymuth, DFB-Vize und zuständiger Funktionär, weist die Kritik im Gespräch mit der Rheinischen Post zurück: »Es war seit Jahren Wunsch aus der Dritten Liga, dass es einen Hauptsponsor gibt. Natürlich haben wir die Klubs in diesen Gesprächen mitgenommen. Der DFB handelt im Auftrag der Vereine und streicht nicht die Einnahmen ein.« Die Partnerschaft mit dem Wettanbieter sei ein großer Schritt und ein starkes Signal.

Doch dass es ausgerechnet ein privater Wettanbieter, der sich laut Gesetz zumindest in der rechtlichen Grauzone befindet, auch das stößt auf Kritik. Aus Rostock. Mit einem Wettanbieter als Trikotsponsor. »Wir haben uns intensiv Gedanken gemacht, Verträge angepasst. Unser Sponsor hat dafür sogar eine neue Website gebaut. Auch gibt es Überlegungen zur Abgabe unserer Trikots an Kinder«, erklärt Marien.

Probleme auch in Bayern

Immerhin ist Rostock nicht der einzige Verein, der durch den neuen Premiumpartner ein Problem hat. Die Würzburger Kickers werden beispielsweise von der bayrischen Lotteriegesellschaft unterstützt. Ein staatlicher Konzern, der einiges enger sehen dürfte als private Anbieter. »Wir befinden uns in Gesprächen, sind aber gute Dinge«, erklärt Kickers-Pressesprecher Fabian Frühwirth. Mehr könne er zu dem Fall nicht sagen, bittet um Verständnis.

Die Gespräche laufen allerorts. Und sie dürften an Geschwindigkeit zunehmen. Schließlich beginnt die Drittliga-Saison schon in drei Wochen.